Fort ewiges Leben! ihr Genuß ist besser
1Fort ewiges Leben! ihr Genuß ist besser.
Verleih' ihn mir, o Gott! denn er ist besser.
Sie schlug mich mit dem Schwert, ich sagt' es keinem,
Denn vor dem Feind geheim zu sein, ist besser.
2Mein Herz sei ewig in dem Gaue Bettier,
Denn jedes Glück, das ewig währt, ist besser.
Lad' in die Einsamkeit mich nicht, o Frommer,
Der Apfel dieses Kinns ist vieles besser.
3Gebrandmarkt mit dem Mal des Sklavendienstes,
Für sie zu sterben ist vieles besser.
Das Blut des Safrans ist zwar schön und lieblich,
Der Staub von ihrem Fuß zermalmt, ist besser.
4O fraget meinen Arzt um Gotteswillen,
Wann wird es dann mit diesen Schwachen besser?
O wende dich vom Greisenrat nicht ab.
Denn er ist mehr als Jünglingsgunst und besser.
5Sie sprach einst bei der Nacht: wo sind die Perlen,
Die schöner sind, als mein Gehäng', und besser.
In meiner Freundin Munde sind die Perlen,
Doch ist Hafisens Wort um vieles besser.
Text: „Aus dem Diwan des Hafis", übertragen von Josef von Hammer-Purgstall († 1856) und Friedrich Rückert († 1866), gemeinfrei. Digitale Quelle: Projekt Gutenberg-DE.