Dimensionen des Bewusstseins

Jīvanmukti: Befreiung schon im Leib

Im Advaita-Vedānta die Befreiung zu Lebzeiten; ihr Unterschied zur Videhamukti, das Ende der avidyā durch das Wissen, das Fortbestehen des Leibes durch das prārabdha karma; Śaṅkara und Ramana Maharṣi; der Vergleich mit dem Baqāʾ billâh im Tasawwuf.

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Definition und Etymologie

Jīvanmukti (जीवन्मुक्ति) ist einer der unterscheidendsten und tiefsten Begriffe des Advaita-Vedānta; er bedeutet „Befreiung zu Lebzeiten" oder „Erlösung schon im Leib". Das Wort besteht aus zwei Bestandteilen: jīvan („lebend, am Leben", von der Wurzel jīva „lebendig, Einzelseele") und mukti („Erlösung, Befreiung", von der Wurzel muc- „loslassen, lösen"). Die Person, die diese Befreiung verwirklicht, wird jīvanmukta (जीवन्मुक्त) genannt, das heißt „der zu Lebzeiten Befreite". Die revolutionäre Intuition im Kern des Begriffs ist diese: Die Erlösung (mokṣa) ist kein Lohn nach dem Tod oder ein Übergang in eine andere Welt; sie ist ein Erfassen, das in diesem Leben, in diesem Leib, hier und jetzt verwirklicht werden kann.

Diese Betonung unterscheidet den Advaita-Vedānta von vielen anderen indischen philosophischen Systemen. Während viele Traditionen die Erlösung als einen erst nach dem Tod des Leibes erreichbaren Zustand (videhamukti, „körperlose Erlösung") vorstellen, hebt der Advaita nachdrücklich die jīvanmukti hervor, das heißt die schon in diesem Leben verwirklichte Freiheit. Ein jīvanmukta ist, obwohl sein Leib noch existiert und er weiterhin in der Welt lebt, innerlich gänzlich frei; denn er hat unmittelbar erfasst, dass seine eigene wahre Natur (ātman) mit der absoluten Wirklichkeit (Brahman) identisch ist. Wie in der Notiz Einheit von Brahman und Ātman ausgeführt, ist dieses Erfassen – das im großen Wort (mahāvākya) „Tat tvam asi" („Das bist du") zusammengefasste Wissen der Einheit – die Erlösung selbst.

Der Begriff Jīvanmukti verleiht dem spirituellen Leben eine höchst konkrete und hoffnungsvolle Dimension: Die Erlösung ist keine unerreichbare Verheißung einer jenseitigen Welt, sondern eine in diesem Leben verwirklichbare Freiheit. Dies ist eine der stärksten Botschaften, die die Tradition des Advaita-Vedānta der Menschheit bietet, und macht sie sowohl in philosophischer als auch in praktischer Hinsicht einzigartig.

Der Unterschied zwischen Jīvanmukti und Videhamukti

Im Advaita-Vedānta wird die Erlösung traditionell auf zweierlei Weise behandelt, und die Unterscheidung zwischen diesen beiden ist von Schlüsselbedeutung, um den Begriff Jīvanmukti zu verstehen. Jīvanmukti ist, wie oben angegeben, die Erlösung, die sich zu Lebzeiten – während der Leib noch lebendig ist – vollzieht. Videhamukti (विदेहमुक्ति) hingegen ist die „körperlose Erlösung", das heißt die Befreiung, die nach dem Tod des Leibes vollendet wird. Derjenige, der diese Unterscheidung am klarsten formuliert, ist der größte Meister der Tradition, Ādi Śaṅkara (etwa 8. Jahrhundert); er definiert die Verwirklichung (das heißt die Erlösung) als zweifach – Jīvanmukti und Videhamukti.

Hier gibt es einen feinen Punkt: Dem Advaita zufolge ist das Wissen der Erlösung (das heißt das Erfassen der Einheit von Ātman und Brahman) vollständig, und der jīvanmukta ist zu diesem Wissen in diesem Leben gelangt. Doch die Existenz des Leibes besteht fort wegen der noch nicht erschöpften Wirkung der vergangenen Handlungen (besonders des im Folgenden zu behandelnden prārabdha karma). Wenn der Leib fällt – das heißt mit dem Tod –, löst sich der jīvanmukta, ohne irgendeinen Rest zu hinterlassen, vollständig in Brahman auf; eben dies ist die Videhamukti. Die Videhamukti ist demnach keine im Wesen von der Jīvanmukti verschiedene Erlösung; sie ist dieselbe Erlösung in ihrer mit dem Verschwinden auch des Leibes vollendeten Gestalt.

An diesem Punkt gibt es innerhalb der Tradition eine wichtige Diskussion. Manche Ausleger betonen, dass zwischen Jīvanmukti und Videhamukti ein wirklicher Unterschied bestehe, dass der jīvanmukta noch an den Leib gebunden bleibe. Demgegenüber vertritt eine radikalere Lesart – wie sie besonders bei Ramana Maharṣi zutage tritt –, dass diese Unterscheidung selbst nicht endgültig sei. Ramana Maharṣi lehrt mit den Worten „Es gibt kein solches Ding wie Erlösung, wo aber sind die Erlösten?" und mit der Erläuterung „Mukti ist gleichbedeutend mit dem Selbst", dass die Unterscheidung zwischen Jīvanmukti und Videhamukti nur für den „Unwissenden" (den noch nicht zum Erfassen Gelangten) gilt. Ihm zufolge ist das Selbst (Self) ohnehin immer frei; die Erlösung ist nicht das Erlangen eines neuen Zustands, sondern das Wiedererkennen der stets vorhandenen Freiheit. Diese radikale Sicht bietet eine der tiefsten Deutungen des Begriffs Jīvanmukti.

Das Ende der Avidyā: Der Mechanismus der Erlösung

Um zu verstehen, was die Erlösung (mokṣa) im Advaita-Vedānta ist und wie sie sich vollzieht, muss man erkennen, das Ende wovon sie ist. Die grundlegende Wurzel der Bindung und des Leidens ist die avidyā (अविद्या), das heißt die „Unwissenheit" oder „Unkenntnis". Diese Unwissenheit ist kein gewöhnlicher Wissensmangel, sondern eine metaphysische Blindheit, die die Natur der Wirklichkeit von Grund auf falsch erfasst: dass die Person ihre eigene wahre Natur (ātman, das grenzenlose und unwandelbare Bewusstsein) vergisst und sich mit dem begrenzten Leib, dem Geist und dem Ego (ahaṃkāra) identifiziert. Avidyā ist der grundlegende Irrtum (adhyāsa, „Überlagerung"), der die eine und unteilbare Wirklichkeit (Brahman) als eine aus vielen und getrennten Gegenständen bestehende Welt erscheinen lässt – gerade so, wie ein Strick im Dunkeln für eine Schlange gehalten wird.

Die Erlösung ist gerade das Verschwinden eben dieser avidyā auf dem Weg des Wissens (jñāna). So wie der im Dunkeln für eine Schlange gehaltene Strick, wenn das Licht kommt, wieder als Strick gesehen wird, so verschwindet, sobald das Wissen von der Einheit von Ātman und Brahman entsteht, der Irrtum der Getrenntheit, und die Person erkennt ihre eigene wahre, stets freie Natur. Hier gibt es einen entscheidenden Punkt: Da die avidyā ein Wissensproblem ist, ist ihre Lösung auch das Wissen (jñāna) – nicht das Handeln (karma). Kein Ritual, kein Gottesdienst, keine Anstrengung kann für sich allein die Erlösung bringen; denn diese können die Unwissenheit nicht beheben, nur das Wissen kann sie beheben. Deshalb hält der Advaita die jñāna-yoga (den Weg des Wissens) für das unmittelbare Mittel der Erlösung. Śaṅkara behandelt diesen Punkt mit großer Sorgfalt: Die Erlösung ist nicht das Hervorbringen von etwas Neuem, sondern das Zutagetreten der bereits vorhandenen, aber durch die Unwissenheit verhüllten Wahrheit.

Der jīvanmukta ist eben jene Person, die zu diesem Wissen in diesem Leben gelangt ist. Für ihn ist der Irrtum der Getrenntheit von Grund auf gelöst; er weiß sich nicht mehr als ein begrenztes Individuum (jīva), sondern als das grenzenlose Brahman. Dieses Erfassen ist keine abstrakte intellektuelle Annahme, sondern eine unmittelbare und intuitive Verwirklichung, die das Gewebe der Existenz verwandelt (aparokṣānubhūti, „unmittelbare Erfahrung"). Dieses Wissen, das in der tiefen Betrachtung über Brahman und unter der Führung der großen Worte (mahāvākya) reift, macht die Person zu Lebzeiten frei.

Die großen Worte (Mahāvākya) und das Wissen der Einheit

Das zur Jīvanmukti führende Wissen (jñāna) ist in der Advaita-Tradition keine beliebige Intuition; es ist ein Erfassen, das in der tiefen Betrachtung über die „großen Worte" (mahāvākya, महावाक्य) der Upanishaden reift. Diese großen Worte sind die Veda-Sätze, die die Identität von Ātman und Brahman in dichtester Weise ausdrücken, und vier von ihnen sind besonders zentral. Das erste, aus der Chāndogya-Upanishad, ist „Tat tvam asi" („Das bist du"): Die gesuchte absolute Wirklichkeit (Brahman) ist dein eigenes Selbst. Das zweite, aus der Bṛhadāraṇyaka-Upanishad, ist „Aham brahmāsmi" („Ich bin Brahman"): Die wahre Natur der Person ist nicht das begrenzte Ego, sondern das grenzenlose Brahman. Das dritte, aus der Aitareya-Upanishad, ist „Prajñānam brahma" („Bewusstsein ist Brahman"). Das vierte, aus der Māṇḍūkya-Upanishad, ist „Ayam ātmā brahma" („Dieser Ātman ist Brahman").

Diese Worte sind für den jīvanmukta keine abstrakten Formeln, sondern lebendige Wahrheiten, die die Existenz verwandeln. In der traditionellen Methode verinnerlicht der Schüler diese großen Worte in drei Stufen: das Hören (śravaṇa) – das Wort von einem Lehrer und aus dem heiligen Text zu hören; das Nachdenken (manana) – seine Bedeutung mit dem Verstand eingehend zu erforschen und die Zweifel zu beheben; und die tiefe Betrachtung (nididhyāsana) – die Wahrheit des Wortes durch eine ununterbrochene Meditation unmittelbar zu verwirklichen. Diese dreifache Methode bildet das Rückgrat des Weges des Wissens (jñāna-yoga) des Advaita-Vedānta und trägt den Schüler von der intellektuellen Annahme zum unmittelbaren Erfassen. Die Lehre der Māṇḍūkya-Upanishad von den vier Bewusstseinszuständen – Wachen, Traum, Tiefschlaf und das jenseits dieser liegende turīya (das Vierte) – erhellt auch den Ort dieses Einheitswissens auf der Bewusstseinskarte.

Prārabdha Karma: Das Geheimnis des Fortbestehens des Leibes

Der feinste und am meisten diskutierte Aspekt des Begriffs Jīvanmukti ist dieser: Wenn der jīvanmukta gänzlich von der Unwissenheit befreit ist, warum besteht sein Leib dann noch fort? Die Antwort, die der Advaita-Vedānta auf diese Frage gibt, beruht auf der Gliederung des Karma in drei Arten. Die erste Art ist das sañcita karma: der Gesamtvorrat der in früheren Leben angesammelten, aber noch nicht Frucht tragenden Handlungen. Die zweite Art ist das āgāmi karma (oder kriyamāṇa): die im jetzigen Leben begangenen neuen Handlungen, die in der Zukunft Frucht tragen werden. Die dritte und wichtigste Art ist das prārabdha karma (प्रारब्ध कर्म): jener Anteil des Karma aus den vergangenen Handlungen, der den jetzigen Leib und das jetzige Leben in Gang gesetzt hat und bereits „Frucht zu tragen begonnen" hat.

Sobald das Wissen (jñāna) entsteht, verbrennt dem Advaita zufolge der Vorrat des sañcita-Karma in einem Augenblick zu Asche – gerade so, wie das Feuer einen Haufen Samen versengt, werden alle angesammelten, aber noch nicht gekeimten Karmas unwirksam. Ebenso sammelt der jīvanmukta auch kein neues āgāmi-Karma an; denn er vollzieht seine Handlungen ohne ego-zentriertes Begehren und Anhaften, wie ein Zeuge (sākṣin); das Gefühl des „Handelnden" (kartṛtva) ist aufgelöst. Doch das prārabdha-Karma ist anders: Es setzt, wie ein „bereits abgeschossener Pfeil", seine Bewegung fort, bis es sein Ziel erreicht. Dieses Karma, das den Leib in Gang gesetzt hat, hält den Leib aufrecht, bis es seinen eigenen Schwung erschöpft hat – das heißt bis zum natürlichen Tod.

Deshalb lebt der jīvanmukta, obwohl er zum Wissen gelangt ist, durch die Kraft des prārabdha-Karma noch eine Zeitlang weiter. Doch dies trübt seine Freiheit nicht; denn er ist nun nicht mehr mit dem Leib identisch, sondern nur dessen Zeuge. Der Leib kann leiden, erkranken, altern; doch der jīvanmukta bezeugt diese Erfahrungen wie ein Zuschauer, mit einem unerschütterlichen inneren Frieden. Mit dem traditionellen Gleichnis: Die Scheibe des Töpfers dreht sich auch nach dem Ende der Tonarbeit durch den Schwung des vorherigen Anstoßes noch eine Zeitlang weiter; auch der Leib des jīvanmukta besteht so nach dem erlösenden Wissen durch den Schwung des prārabdha fort. Mit dem Fallen des Leibes erschöpft sich auch dieser letzte Schwung, und die Videhamukti wird vollendet. Diese feinsinnige Lehre begründet philosophisch, wie die Jīvanmukti möglich ist – das heißt, dass die Erlösung sich vor dem Leib vollziehen kann.

Die Eigenschaften und die Lebensweise des Jīvanmukta

Die Advaita-Texte beschreiben den inneren Zustand eines jīvanmukta und seine nach außen sichtbaren Eigenschaften ausführlich. Die grundlegendste Eigenschaft ist der unerschütterliche innere Friede und die Ruhe (śānti): Der jīvanmukta lässt sich von den Höhen und Tiefen der Welt, von Verlust und Gewinn, von Lob und Tadel nicht beeindrucken; denn er ist mit nichts Wandelbarem identisch. Diese Haltung ist keine Gleichgültigkeit oder Gefühllosigkeit; sie ist im Gegenteil eine aus tiefer Freiheit und Fülle entspringende Stille. Das von der Bhagavad Gītā beschriebene Ideal des sthitaprajña („der in der Weisheit gegründeten Person") zeichnet diesen ausgeglichenen Zustand des jīvanmukta auf schöne Weise.

Eine weitere Eigenschaft ist die Auflösung des Gefühls des „Handelnden" und des „Erfahrenden". Der jīvanmukta beobachtet seine Handlungen als ein Zeuge; der Irrtum „ich handle" (kartṛtva) ist verschwunden. Er bewegt sich in der Welt, spricht, isst, trinkt; doch weiß er, dass der wahre Täter all dessen das Wirken der Natur (prakṛti) ist und dass seine eigene wahre Natur das unbeteiligte und unwandelbare Zeugen-Bewusstsein (sākṣin) ist. Dies gibt ihm eine einzigartige innere Freiheit: Er lebt in der Welt, aber ohne an die Welt gebunden zu sein; gerade so, wie das Lotusblatt im Wasser steht und doch nicht nass wird.

Drittens gibt es in der Schau des jīvanmukta eine grundlegende Verwandlung: Er schaut in allen Wesen dasselbe eine Selbst (ātman) und zeigt deshalb eine natürliche Gleichheit (samatva), Mitgefühl und universale Liebe. Da der Irrtum der Getrenntheit gelöst ist, wird auch die starre Grenze zwischen „Ich" und „dem Anderen" weich; der jīvanmukta empfindet das Leid des Anderen wie sein eigenes Leid. In dieser Hinsicht ist die Jīvanmukti keine selbstsüchtige innere Flucht, sondern eine Quelle tiefer Verbundenheit und tiefen Mitgefühls. Traditionell haben jīvanmuktas auch als Lehrer, als gurus, fungiert, die andere führen; sie haben ihre eigene Freiheit in einen Dienst verwandelt, damit auch andere zu derselben Wahrheit erwachen.

Jīvanmukta und Turīya: Ununterbrochenes Selbstgewahrsein

Ein hinsichtlich der Bewusstseinsdimensionen eigenständiger Aspekt der Jīvanmukti ist das Verhältnis des jīvanmukta zu den Bewusstseinszuständen. Der Advaita-Vedānta unterscheidet, gestützt auf die Māṇḍūkya-Upanishad, vier Bewusstseinszustände: das Wachen (jāgrat), den Traum (svapna), den tiefen, traumlosen Schlaf (suṣupti) und den ihnen allen zugrunde liegenden, jenseits von ihnen befindlichen „vierten" Zustand, das turīya (तुरीय). Turīya ist kein gesonderter Zustand; es ist das durch alle drei Zustände hindurchgehende, unwandelbare und beständige Zeugen-Bewusstsein (sākṣin). Wie in der Notiz Turīya ausgeführt, besteht die unterscheidende Eigenschaft des jīvanmukta darin, im ununterbrochenen Gewahrsein des Turīya verankert zu sein, während der gewöhnliche Mensch nur zwischen den drei wandelbaren Zuständen hin- und hergeworfen wird.

Dies bedeutet, dass der jīvanmukta das Gewahrsein des unwandelbaren Selbst (ātman) auch im Wachen, auch im Traum und sogar im Tiefschlaf nicht verliert. Für ihn sind diese drei Zustände nur noch Wellen, die auf ihm aufsteigen und verschwinden; er aber ist mit dem unerschütterlichen Ozean-Bewusstsein unter den Wellen identisch. Dieses ununterbrochene Selbstgewahrsein (akhaṇḍa-ākāra-vṛtti, „der geistige Zustand in ungeteilter Gestalt") ist eines der tiefsten Zeichen der Jīvanmukti. Während das gewöhnliche Bewusstsein an die beständig wechselnden Gegenstände und Zustände gebunden ist, ruht der jīvanmukta im unwandelbaren Zeugen-Grund; während die Welt für ihn dahinströmt, bleibt er der niemals wechselnde Zuschauer dieses Stromes. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Jīvanmukti auch von den Zuständen des Samādhi: Während Samādhi typischerweise ein vorübergehender Zustand ist, der während einer bestimmten Sitzung und Sammlung erfahren wird, ist das Selbstgewahrsein des jīvanmukta ununterbrochen und beständig – er lebt in einer beständigen, keinerlei Anstrengung erfordernden Offenheit des Bewusstseins, die als „natürlicher Zustand" (sahaja samādhi) bezeichnet wird.

Śaṅkara und die Lehre der Jīvanmukti

Der systematischste und einflussreichste Bearbeiter des Begriffs Jīvanmukti ist der begründende Meister des Advaita-Vedānta, Ādi Śaṅkara. Seine Werke wie das Vivekacūḍāmaṇi („Das Kronjuwel der Unterscheidung") beschreiben den Zustand des jīvanmukta und den zur Erlösung führenden Weg ausführlich. Nach Śaṅkara vollzieht sich die Erlösung nicht auf dem Weg des karma, sondern allein auf dem Weg des jñāna (des Wissens); denn die Wurzel der Bindung ist die Unwissenheit, und die Unwissenheit kann nur das Wissen beheben. Er besteht nachdrücklich auf der Unterscheidung (viveka) – das heißt auf dem klaren Erfassen des Unterschieds zwischen dem Wirklichen (Brahman) und dem Nichtwirklichen (der vergänglichen Welt). Diese Unterscheidung befreit die Person von den falschen Identifikationen und trägt sie zum Erfassen ihrer wahren Natur.

In Śaṅkaras Lehre gibt es eine vierfache Ausstattung (sādhana-catuṣṭaya), die den jīvanmukta auf die Erlösung vorbereitet: die Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Vergänglichen (viveka); das Nicht-Anhaften an weltlichen Lüsten (vairāgya); die aus sechs Tugenden bestehende innere Disziplin (Ruhe, Selbstbeherrschung usw., ṣaṭsampatti); und ein brennendes Verlangen nach der Erlösung (mumukṣutva). Der mit dieser Ausstattung gereifte Schüler erwacht unter der Führung eines verwirklichten Lehrers (guru), indem er die Bedeutung der großen Worte (mahāvākya) eingehend erfasst, zur Einheit von Ātman und Brahman. Wie in der Notiz Śaṅkara ersichtlich, hat diese seine Lehre den Grund der gesamten späteren Advaita-Tradition gebildet.

Indem Śaṅkara die Unterscheidung zwischen Jīvanmukti und Videhamukti wahrt, legt er, indem er betont, dass das Wesen der Erlösung sich in diesem Leben vollziehen kann, die unterscheidendste These des Advaita dar: Mokṣa ist nichts in der Zukunft Erhofftes, sondern eine bereits – im Augenblick, da der Schleier der Unwissenheit fällt – sich vollziehende Wahrheit. Diese Betonung macht den Advaita-Vedānta sowohl hinsichtlich der philosophischen Tiefe als auch hinsichtlich der spirituellen Hoffnung einzigartig.

Ramana Maharṣi: Ein zeitgenössischer Jīvanmukta

Die Person, die im zwanzigsten Jahrhundert als das stärkste lebendige Beispiel des Begriffs Jīvanmukti angesehen wird, ist der indische Weise Ramana Maharṣi (1879–1950). In jungen Jahren erfasste er durch eine plötzliche und spontane Selbsterforschungserfahrung, in der er sich der Todesangst stellte, unmittelbar, dass seine eigene wahre Natur das unsterbliche Bewusstsein (ātman) ist, und lebte den Rest seines Lebens in diesem Erfassen, als ein jīvanmukta. Seine Grundlehre ist die Selbsterforschung (ātma-vicāra): die Quelle des „Ich"-Gefühls zu erforschen, indem man die Frage „Wer bin ich?" (nān yār?) beständig nach innen richtet, und so das grenzenlose Selbst hinter dem begrenzten Ego-Selbst zu erkennen.

Ramana bietet hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Jīvanmukti und Videhamukti eine eindrückliche und radikale Sicht. Ihm zufolge ist „die Befreiung zu Lebzeiten (jīvanmukti) und die Befreiung nach dem Fallen des Leibes (videhamukti), all dies ist für den Unwissenden." Denn das Selbst ist ohnehin immer frei; „Mukti ist gleichbedeutend mit dem Selbst." Die Erlösung ist also nicht ein neuer zu erlangender Zustand, sondern das Wiedererkennen der stets vorhandenen Wirklichkeit. Diese Sicht trägt den Begriff Jīvanmukti zu seinem äußersten Punkt: Wenn das Selbst ohnehin frei ist, dann ist sogar die Unterscheidung zwischen „befreiter Person" und „gebundener Person" auf der letzten Ebene ein Erzeugnis der Unwissenheit. Wie in der Notiz Ramana Maharṣi ausgeführt, sind sein Leben und seine Lehre das zeitgenössische Zeugnis dafür, dass die Jīvanmukti keine abstrakte Doktrin, sondern eine konkrete und erlebbare Wirklichkeit ist.

Ramanas Lehre betont zugleich die Schlichtheit der Jīvanmukti: Für die Erlösung gibt es keine unbedingte Notwendigkeit komplizierter Rituale oder langjähriger harter Übungen; was nötig ist, ist die beständige Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf die Quelle des „Ich", das heißt auf das Selbst. Dieser unmittelbare Weg hat sie sowohl für indische als auch für weltweite breite Massen zugänglich gemacht.

Klassische Quellen: Jīvanmukti Viveka und andere Texte

Der Begriff Jīvanmukti ist in vielen Grundtexten der Advaita-Tradition behandelt worden; das ihm aber am umfassendsten gewidmete Werk ist das Jīvanmukti Viveka („Die Unterscheidung der Befreiung zu Lebzeiten") des Weisen Vidyāraṇya (Madhava) aus dem vierzehnten Jahrhundert. Dieses Werk behandelt die Natur der Jīvanmukti, den zu ihr führenden Weg, die Eigenschaften des jīvanmukta und die Frage, wie dieser Zustand bewahrt und vertieft wird, systematisch. Vidyāraṇya betont zwei Grundziele der Jīvanmukti: erstens die Verwirklichung der eigenen inneren Freiheit und des eigenen Friedens durch die Person; zweitens, dass das Erfassen durch die gänzliche Auflösung der geistigen Neigungen (vāsanā) unerschütterlich und beständig wird. Das Werk behandelt ausführlich, dass auch nach dem erlösenden Wissen die Spuren der vergangenen Gewohnheiten und der geistigen Ablagerungen getilgt werden müssen – das heißt die Bedeutung der Prozesse vāsanā-kṣaya (der Vernichtung der Neigungen) und manonāśa (der Auflösung des Geistes).

Dieser Punkt ist wichtig: Dem Advaita zufolge erfordert, auch wenn das erlösende Wissen (jñāna) entstanden ist, das vollständige Verankern des jīvanmukta in diesem Wissen das Brechen der Kraft der vergangenen Konditionierungen. Deshalb empfiehlt die Tradition, auch nach dem Wissen die tiefe Betrachtung (nididhyāsana) und die geistige Disziplin fortzusetzen. Hier tritt eine auffallende Parallele zur Auffassung der „Übung nach der Erleuchtung" im Zen und zur Betonung des Sich-Verankerns im Baqāʾ nach der Fanāʾ im Tasawwuf zutage: In allen drei Traditionen wird das Gipfelerfassen (jñāna, Kenshō, Fanāʾ) nicht als eine Ankunft, sondern als eine Schwelle zur vollständigen Reife begriffen. Diese sorgfältige Psychologie des Advaita-Vedānta unterscheidet die Jīvanmukti von einer naiven Vorstellung der „augenblicklichen Erlösung" und verleiht ihr einen tiefen praktischen Realismus.

Auch die Bhagavad Gītā ist eine wichtige Quelle des Jīvanmukti-Ideals; besonders mit ihren Abschnitten, die den ausgeglichenen, anhaftungslosen Zustand des sthitaprajña („der fest in der Weisheit gegründeten Person") und des jīvanmukta im anhaftungslosen Handeln (niṣkāma karma) beschreiben. Diese Lehre der Gītā betont, dass die Erlösung keine Flucht aus der Welt, sondern das anhaftungslose und freie Handeln in der Welt erfordert; und dies festigt die tätige und mit der Welt verbundene Natur der Jīvanmukti.

Vergleichender Horizont: Jīvanmukti und das Baqāʾ billâh im Tasawwuf

Es ist höchst erhellend, den Begriff Jīvanmukti, ohne eine Tradition über eine andere zu erheben, mit dem Begriff des Baqāʾ billâh (البقاء بالله, „Fortbestand/Baqāʾ in Gott") im Tasawwuf zu vergleichen. Im Tasawwuf wird der Gipfel des spirituellen Weges als ein zweistufiger Prozess geschildert: zuerst die Fanāʾ (الفناء), das heißt das Vergehen des nafs (des Selbst) in der göttlichen Wahrheit; danach das Baqāʾ (البقاء), das heißt das Wieder-Bestehen nach diesem Vergehen mit dem Wahren, im Wahren. Wie in der Notiz Fanāʾ-Baqāʾ ersichtlich, kehrt der ʿârif (der Gnostiker) im Zustand des Baqāʾ billâh, nachdem in der Fanāʾ sein „Ich" zerschmolzen ist, in die Welt zurück und lebt, die göttlichen Eigenschaften tragend, in einer beständigen Weise mit dem Wahren weiter.

Hier tritt eine auffallende strukturelle Parallele zwischen Jīvanmukti und Baqāʾ billâh zutage: In beiden lebt die Person nach dem spirituellen Erfassen (jñāna oder Fanāʾ) weiterhin in der Welt, jedoch mit einem gänzlich verwandelten Bewusstsein. Sowohl der jīvanmukta als auch der ʿârif in der Station des Baqāʾ existiert in der Welt, aber ohne an die Welt gebunden zu sein, in einer unerschütterlichen inneren Freiheit und einem unerschütterlichen Frieden. Beide bezeugen, dass die Erlösung sich, ohne den Tod abzuwarten, in diesem Leben verwirklichen lässt.

Doch die metaphysischen Rahmen sind erheblich verschieden, und diesen Unterschied zu übergehen wäre beiden Traditionen gegenüber ungerecht. Im Advaita ist die Jīvanmukti das Erfassen der Identität (der Nondualität, advaita) des Ātman mit dem Brahman; hier ist die letzte Wirklichkeit eine und unteilbar, es bleibt keine Unterscheidung zwischen „Ich" und „Ihm". Das Baqāʾ billâh im Tasawwuf wiederum verweist in den meisten Deutungen nicht auf eine Einheit des Knechtes mit dem Herrn, sondern auf einen Zustand tiefer Nähe zu Ihm und der Gekennzeichnetheit durch Seine Eigenschaften; der Unterschied zwischen dem Knecht und dem Wahren bleibt (in den meisten sunnitisch-sufischen Deutungen) gewahrt. Der Advaita spricht also die Sprache der „Einheit/Identität", der Tasawwuf hingegen (meist) die Sprache des „Beisammenseins/der Nähe". Die Notiz Tauhîd-Advaita-Śūnyatā behandelt diese feinen metaphysischen Unterschiede in einem weiteren Rahmen. Dieser Vergleich zeigt, dass beide Traditionen auf dieselbe tiefe menschliche Möglichkeit – die Befreiung zu Lebzeiten – mit verschiedenen metaphysischen Sprachen verweisen; und diese Pluralität ist hinsichtlich des Erleuchtungsvergleichs höchst fruchtbar.

Die Spannung zwischen den Advaita- und den Bhakti-Deutungen

Der Begriff Jīvanmukti ist in den verschiedenen Unterschulen des Vedānta auf unterschiedliche Weise gedeutet worden; diese Pluralität bereichert den Begriff. In Śaṅkaras strenger advaita-Lesart (Nondualität) ist die Erlösung das Erfassen der absoluten Identität des Ātman mit dem Brahman, und dies vollzieht sich vornehmlich auf dem Weg des Wissens (jñāna). Doch die anderen großen Ausleger des Vedānta, besonders jene, die den Weg des bhakti (der Hingabe, der Liebe) betonen, zeichnen ein anderes Bild. Zum Beispiel sieht die „qualifizierte Nondualität" (viśiṣṭādvaita) Rāmānudschas keine vollständige Identität zwischen der individuellen Seele und Brahman, sondern eine Einheit-in-Verschiedenheit vor; hier wird die Erlösung im Zusammenhang der Hingabe an Gott (meist als Viṣṇu) und eines liebevollen Beisammenseins mit Ihm gedacht. Der Dvaita-Vedānta (die dualistische Schule Madhvas) wiederum nähert sich der Jīvanmukti zurückhaltender, indem er vertritt, dass der Unterschied zwischen Seele und Gott sogar in der Erlösung gewahrt bleibe.

Diese Deutungsunterschiede zeigen, ohne eine Schule über eine andere zu erheben, wie vielschichtig die Erlösungserfahrung erfasst werden kann. Die Betonung der „Befreiung zu Lebzeiten durch reines Wissen" des Advaita und die Betonung des „göttlichen Beisammenseins durch Hingabe" der Bhakti-Traditionen nähern sich in Wahrheit demselben tiefen Verlangen des menschlichen Geistes – der Überschreitung der Begrenztheit und der Vereinigung mit der absoluten Wirklichkeit – auf verschiedenen Pfaden. In der Tat haben viele große Weise gelehrt, dass jñāna und bhakti sich auf der letzten Ebene vereinen, dass die liebevolle Hingabe sich dem höchsten Wissen und das höchste Wissen sich einer tiefen Liebe öffnet. Diese Synthese zeigt, wie der Weg des Bhakti und der Weg des jñāna sich im Jīvanmukti-Ideal treffen können.

Der Neo-Vedānta und die zeitgenössische Verwandlung der Jīvanmukti

Der Begriff Jīvanmukti gewann im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert durch die als „Neo-Vedānta" bezeichnete moderne indische Denkbewegung neue Dimensionen. Denker wie Swami Vivekananda verknüpften das Jīvanmukti-Ideal, indem sie es aus seinem klassischen asketischen Zusammenhang lösten, mit dem gesellschaftlichen Dienst und der Hingabe an die Menschheit. In dieser zeitgenössischen Lesart ist der wahre jīvanmukta nicht nur jene Person, die in ihrer eigenen Erlösung ruht; er ist jene Person, die ihr Erwachen zum Nutzen anderer, in den Dienst an der Welt verwandelt. Die Auffassung „in jedem Wesen, dem gedient wird, wird demselben einen Selbst gedient" hob die ethische und gesellschaftliche Dimension der Jīvanmukti hervor.

Diese Verwandlung nahm der Jīvanmukti den Charakter einer passiven inneren Flucht und machte sie zu einer tief mit der Welt verbundenen, tätigen Freiheit. In der zeitgenössischen Lesart ist der jīvanmukta nicht jener, der vor der Welt flieht, sondern jener, der die Welt mit einem verwandelten Bewusstsein umfängt; gerade wie der Lotus, der im Wasser steht und nicht nass wird, lebt er in der Welt, aber ohne an sie gebunden zu sein, und dient mit Liebe. Diese Betonung zeigt, dass die Jīvanmukti eine tiefe Verwandtschaft mit dem Ideal des Zen, „in den Markt mit offenen Händen zurückzukehren", und mit der Auffassung des Bodhicitta (des Erwachens für alle Wesen) des Mahāyāna trägt. So wird die Erlösung nicht als ein individueller Gipfel, sondern als der Quell eines universalen Mitgefühls neu begriffen.

Verbindungen zu anderen Traditionen und Schluss

Der Begriff Jīvanmukti trägt auch nachdenklich stimmende Parallelen zu den Erwachensbegriffen im Buddhismus. Auch in den Erfahrungen des Bodhi (des Erwachens) und des Kenshō (des Schauens der Eigennatur) vollzieht sich die Erlösung/das Erwachen in diesem Leben, und die erwachte Person lebt weiterhin in der Welt. Besonders der buddhistische Begriff des „Nirvāṇa in diesem Leben" (sopādhiśeṣa-nirvāṇa, das Erlöschen mit Rest) ist der Jīvanmukti strukturell ähnlich: In beiden hat sich das erlösende Erfassen vollzogen, doch der Leib besteht wegen des prārabdha-Karma (im Advaita) oder der verbliebenen Anhäufungen (im Buddhismus) noch eine Zeitlang fort. Dennoch sind die metaphysischen Böden verschieden: Während der Buddhismus mit der Lehre vom anātman (der Substanzlosigkeit) ein beständiges Selbst verwirft, bejaht der Advaita den ātman (das beständige Selbst) als die letzte Wirklichkeit. Dieser Unterschied erhebt keine der beiden über die andere; sie drücken dasselbe Phänomen der Erlösung mit verschiedenen ontologischen Karten aus.

Die Jīvanmukti bietet der Menschheit letztlich eine tiefe Hoffnung und einen tiefen Ruf: Die Freiheit ist jenseits einer Verheißung nach dem Tod eine Möglichkeit, die in diesem Leben, in diesem Leib verwirklicht werden kann. Zu erfassen, dass das als Sat-cit-ānanda begriffene Brahman – Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit – unsere eigene wahre Natur ist, macht uns zu Lebzeiten frei. Der jīvanmukta ist der lebendige Beweis dieses Erfassens: Er ist der freie Mensch, der in der Welt lebt, aber ohne ein Gefangener der Welt zu sein; im Leib, aber ohne mit dem Leib identisch zu sein; im Handeln, aber ohne Anhaften. Auf der Bewusstseinskarte leuchtet die Jīvanmukti als ein sowohl in philosophischer als auch in spiritueller Hinsicht einzigartiger Begriff, der zeigt, dass die Erlösung sich vollziehen kann, ohne den Leib zu verlassen. Ihre tiefste Lehre ist vielleicht diese: Die Freiheit, die wir suchen, ist nicht in einer anderen Zeit oder in einer anderen Welt, sondern mitten in eben diesem Augenblick, in dem wir unsere eigene wahre Natur erkennen. Der jīvanmukta ist jene Person, die den Tod nicht abwartet, die die Erlösung nicht auf eine andere Zeit verschiebt; er erlebt, indem er den Schleier der Wirklichkeit hier und jetzt lüftet, mitten im Leben, inmitten aller Gewöhnlichkeit der alltäglichen Existenz, eine unerschütterliche Freiheit. Deshalb ist die Jīvanmukti nicht nur ein philosophischer Begriff, sondern eine an die Menschheit gerichtete Einladung: Um zu erwachen, muss man nicht auf den Tod warten; es genügt, die Augen zu öffnen und die eigene grenzenlose Natur zu erkennen. Diese frohe Botschaft, die die Advaita-Tradition über Jahrhunderte bewahrt hat, behält auch heute ihre Lebendigkeit: Die Erlösung ist nicht in einer fernen Zukunft oder in der jenseitigen Welt, sondern in der schlichtesten und nächsten Wirklichkeit unseres eigenen Bewusstseins, mitten in jenem stillen Gewahrsein, das „ich bin" sagt.