Sigmund Freud
Österreichischer Neurologe (1856-1939), Begründer der Psychoanalyse; mit der Topographie von Es-Ich-Über-Ich und der Trieblehre rahmte er das moderne Selbstverständnis neu. Oberflächliche Parallelen zu den Stufen der Seele (nafs) im Sufismus und die von ihnen abweichenden materialistischen Grundlagen.
Leben
Sigmund Freud (eigentlicher Name: Sigismund Schlomo Freud; 6. Mai 1856 – 23. September 1939) nimmt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts sowohl in der Geschichte der Medizin als auch im modernen westlichen intellektuellen Erbe einen zentralen Platz ein. Freud wurde in der mährischen Stadt Freiberg (dem heutigen Příbor, Tschechische Republik) geboren; seine Familie ließ sich 1860 in Wien nieder, und Freud verbrachte etwa achtzig Jahre seines Lebens in dieser habsburgischen Hauptstadt. Als Sohn einer jüdisch-galizischen Kaufmannsfamilie wuchs Freud im Schatten des Antisemitismus auf, schloss aber 1881 an einer der angesehensten Bildungseinrichtungen seiner Zeit, der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, als Doktor der Medizin ab.
Seine ersten akademischen Arbeiten konzentrierten sich auf die Neurologie und Neurophysiologie. In den Jahren, in denen er in Ernst Brückes Laboratorium arbeitete, hielten ihn seine Forschungen über die Histologie des Nervensystems bei Fischen im positivistisch-materialistischen Wissenschaftsrahmen seiner Zeit. Peter Gays Standardbiographie Freud: A Life for Our Time (1988) hat umfassend gezeigt, dass Freud sich am Anfang seiner Laufbahn nicht als Mystiker oder Humanist, sondern als experimenteller Naturwissenschaftler positionierte. Diese materialistisch-wissenschaftliche Haltung sollte später bei der Begründung der Psychoanalyse eine fortwährende Spannungsquelle sein.
Seine Arbeiten über Hypnose und Hysterie 1885 in Paris bei Jean-Martin Charcot im Hôpital de la Salpêtrière bilden einen entscheidenden Wendepunkt auf Freuds Laufbahnachse. Dass Charcot bei „hysterischen" Patienten durch Hypnose Symptome rückgängig machen konnte, verschaffte Freud die Idee, dass unbewusste seelische Prozesse somatische Symptome erzeugen. Diese Einsicht sollte sich in den folgenden Jahrzehnten als die Grundhypothese der Psychoanalyse entwickeln.
1886 eröffnete Freud in Wien eine Privatpraxis und entwickelte mit dem 1895 gemeinsam mit Josef Breuer veröffentlichten Werk Studien über Hysterie anstelle der Hypnose die Methode der „freien Assoziation" (freie Assoziation). Diese Methode ist eine Technik, die dem Patienten vorschlägt, jeden in seinem Geist auftauchenden Gedanken ohne Zensur auszusprechen; und sie wurde zu einem der grundlegenden Werkzeuge der psychoanalytischen Praxis.
Der Fall Anna O. und die Zusammenarbeit mit Breuer
Das sinnbildlichste der klinischen Ereignisse, die die Geburt der Psychoanalyse vorbereiteten, ist der Fall der unter dem Decknamen Anna O. bekannten Bertha Pappenheim (1859-1936). Diese junge jüdische Intellektuelle, die zwischen 1880 und 1882 von Breuer behandelt wurde, beschäftigte Breuer als ein großer Fall mit den mannigfachen hysterischen Symptomen — vorübergehende Blindheit, teilweise Lähmung, Sprachstörungen, abnorme Sehhalluzinationen —, die sie während der tödlichen Erkrankung ihres Vaters entwickelte. Anna O. nannte ihre eigene Behandlung „Redekur" (talking cure) oder „Kaminkehren" (chimney sweeping); denn jedes Symptom verschwand, wenn sie sich an den Augenblick seines ersten Auftretens erinnerte und ihn aussprach.
Breuer und Freud legten in den Studien über Hysterie mit der Theoretisierung dieses Phänomens die Grundlagen des von ihnen „kathartische Methode" (kathartische Methode) genannten Behandlungsansatzes. In ihrer Formulierung ist das hysterische Symptom eine leibliche Entsprechung der „verdrängten Erinnerung"; und die Erinnerung samt ihrer affektiven Ladung (die Abreaktion) löst das Symptom auf. Dieses frühe Modell bildet den Kern von Freuds späterer Lehre vom Unbewussten. Doch auch das Auseinandergehen zwischen Freud und Breuer begann an diesem Phänomen: Dass Breuer es vermied, die sexuelle Dimension des Falls systematisch zu bearbeiten, festigte Freuds Entscheidung, die Sexualität ins Zentrum der Psychopathologie zu rücken.
Die Geburt der Psychoanalyse und die grundlegenden Werke
Die Traumdeutung (1900)
Freuds als sein Hauptwerk geltende Die Traumdeutung (1900) ist die Geburtsurkunde der psychoanalytischen Theorie. In dem Werk vertritt Freud, dass die Träume keine zufälligen biologischen Ereignisse sind, sondern vielmehr die maskierten Ausdrücke unbewusster Wünsche und Konflikte. Die These „Der Traum ist eine [verkleidete, verdrängte] Wunscherfüllung" (Der Traum ist eine [verkleidete, verdrängte] Wunscherfüllung) ist die zentrale Behauptung des Werks. Freud systematisiert die Traumarbeit im Rahmen von vier grundlegenden Mechanismen: Verdichtung (Verdichtung), Verschiebung (Verschiebung), Symbolbildung (Symbolbildung) und sekundäre Bearbeitung (sekundäre Bearbeitung).
Freud legt zu Beginn des Buches seine eigenen Träume als Material vor — besonders der Traum von „Irmas Injektion" ist als ein klassisches Beispiel psychoanalytischer Analyse in die Geschichte eingegangen. Diese autobiographische Methode zeigt, dass Freud nicht davor zurückschreckt, sein eigenes Unbewusstes als Forschungsgegenstand zu verwenden; und sie legt zugleich die Grundlagen der Dimension der „Selbstanalyse" (Selbstanalyse) der Psychoanalyse. Obgleich die erste Auflage der Traumdeutung nur 600 Exemplare verkaufte, wurde sie im Laufe des folgenden Jahrzehnts zu einem der Kulttexte des europäischen intellektuellen Lebens.
Mohammed Rustoms vergleichende Studie The Interpretation of Dreams and Sufi Hermeneutics (2014) hat gezeigt, dass es zwischen Freuds Traumdeutung und der klassischen sufischen Traumhermeneutik — besonders dem Werk Tafsīr al-Aḥlām des Ibn Sīrīn (653-728) und den Traumkapiteln in den Futūḥāt Ibn Arabîs — strukturelle Parallelen gibt. Beide Traditionen lesen den Traum als die symbolische Übertragung einer Wahrheit hinter der sichtbaren Oberfläche; aber während der Sufismus diese Wahrheit im Rahmen des göttlichen Wissens und des ʿālam al-mithāl (der imaginalen Welt) deutet, deutet Freud sie im Rahmen der individuellen libidinösen Geschichte. Strukturelle Ähnlichkeit und metaphysische Verschiedenheit zeigen sich hier am deutlichsten.
In Ibn Sīrīns Methode der Traumdeutung wird der Traum in drei Kategorien gegliedert: (1) Träume göttlicher Eingebung (ruʾyā ṣāliḥa), (2) teuflische Einflüsterungen (ḥadīth nafsī) und (3) die Widerspiegelung der täglichen Bewusstseinsreste (aḍghāth aḥlām). In Freuds System wird diese dreifache Einteilung vollständig zerstört: Jeder Traum ist das Produkt eines verdrängten Wunsches, der sich aus einer libidinösen Quelle speist; die Kategorie der göttlichen Eingebung gibt es nicht. Hier liegt die grundlegende Trennlinie zwischen der sufischen Hermeneutik und der Psychoanalyse in der Frage, ob diese Kategorie enthalten ist oder nicht.
Die Psychologische Mittwochs-Gesellschaft und der Wiener Kreis
1902 begann Freud in seinem Haus in der Berggasse 19 in Wien mit wöchentlichen Zusammenkünften. Diese Zusammenkünfte wurden mit der Zeit als „Psychologische Mittwochs-Gesellschaft" (Mittwochs-Gesellschaft) bezeichnet und wandelten sich 1908 in die Wiener Psychoanalytische Vereinigung. Unter den ersten Mitgliedern befanden sich Alfred Adler, Wilhelm Stekel, Max Kahane und Rudolf Reitler. Diese Gruppe begründete die Psychoanalyse als systematische Disziplin; aber sie beherbergte in sich auch fortwährende theoretische Konflikte.
1911 löste sich Alfred Adler mit der Entwicklung der Lehre der Individualpsychologie von Freud. Für Adler ist die grundlegende Motivation, die die Psyche lenkt, nicht die Libido, sondern das „Minderwertigkeitsgefühl" und das Begehren, es zu kompensieren. 1913 wiederum brach Carl Jung — der Name, den Freud als seinen „geistigen Sohn" ansah und von dem er erhoffte, dass er die psychoanalytische Bewegung anführen würde — wegen tiefgreifender theoretischer Meinungsverschiedenheiten von Freud ab. Dieser Bruch Jungs wurde für Freud zu einer Quelle geistiger Erschütterung und löste eine kurze Periode aus, die in klinischen Berichten als „nervöser Zusammenbruch" verzeichnet ist.
Die drei Topographien: Es, Ich, Über-Ich
Freud entwickelte in der Mitte seiner Laufbahn zwei verschiedene topographische Modelle für die Psyche. Die erste Topographie (1900-1915) gliedert den Geist in das Unbewusste, das Vorbewusste und das Bewusste. Die zweite Topographie wiederum ist im Werk Das Ich und das Es (1923) systematisiert und schlägt drei grundlegende strukturelle Einheiten vor:
Es / Es: das Reservoir der angeborenen, unbewussten Triebe (besonders der Libido und des Todestriebs). Es arbeitet allein nach dem „Lustprinzip" (Lustprinzip); es kennt weder Logik noch Zeit noch Widerspruch. In Freuds berühmter Metapher ist das Es ein „brodelnder Kessel".
Ich / Ich: das bewusste Selbst, das zwischen dem Es und der äußeren Realität vermittelt. Es arbeitet nach dem „Realitätsprinzip" (Realitätsprinzip); es umfasst Funktionen wie Wahrnehmung, Gedächtnis und Motorik. In Freuds Vergleich ist das Ich ein „Reiter zu Pferde" — es muss sich der Kraft des Pferdes (des Es) bedienen, muss es aber lenken.
Über-Ich / Über-Ich: die verinnerlichte Form der gesellschaftlichen und moralischen Normen; besonders die in der Auflösung des Ödipuskomplexes vom Vater ererbten Verbote und Idealisierungen. Es arbeitet als innerer Richter.
Diese dreifache Struktur ist die Grundlage von Freuds klassischer Metapsychologie nach 1923. Im Werk Das Unbehagen in der Kultur (1930) legte Freud nahe, dass die Kultur auf dieser strukturellen Spannung beruht — besonders darauf, wie die triebhaften Forderungen des Es vom Über-Ich verdrängt werden.
Der Ödipuskomplex
Einer der umstrittensten, aber zugleich beständigsten theoretischen Beiträge Freuds ist die Lehre des Ödipuskomplexes (Ödipuskomplex). Diesem in Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905) und späteren Werken systematisierten Begriff zufolge hegt das männliche Kind zwischen drei und sechs Jahren ein unbewusstes sexuelles Begehren nach seiner Mutter, während es seinen Vater als Rivalen ansieht. Die „Kastrationsdrohung" des Vaters (nicht real, sondern symbolisch) zwingt das Kind, von diesem Begehren abzulassen, sich von der Mutter zu entfernen und sich mit dem Vater zu identifizieren. Diese Identifikation ist die Grundlage des Über-Ich.
Freud deutete diesen Komplex nicht nur als individuelle Entwicklungsphase, sondern als eine universelle Grundlage der menschlichen Zivilisation. Im Werk Totem und Tabu (1913) legte er nahe, dass der Mythos des „Vatermordes" in den primitiven menschlichen Gesellschaften eine kollektive Manifestation des Ödipuskomplexes sei, und dass folglich Religion, Zivilisation und Moral aus dieser psychologischen Dynamik entstünden. Diese These ist aus Sicht der Religionsgeschichte und der Anthropologie sehr umstritten gewesen; aber für Freud bildet sie die Grundlage des Anspruchs der Psychoanalyse als „Theorie der Zivilisation".
Aus der Perspektive der vergleichenden Spiritualität betrachtet, wurde auch erwogen, dass der Ödipuskomplex, da er einer klassischen griechischen Tragödie entnommen ist, ein kulturspezifisches Modell sei. Der Anthropologe Bronisław Malinowski behauptete in seinen Feldforschungen auf den Trobriand-Inseln im Pazifik, dass in matrilinearen Gesellschaften, in denen anstelle der Vaterautorität die Autorität des Mutterbruders herrscht, der Ödipuskomplex nicht zu beobachten sei. Diese Kritik hat in der Literatur als eine der wichtigsten anthropologischen Interventionen Platz gefunden, die den universellen Anspruch von Freuds Theorie infrage stellen.
Die Trieblehre und die Libido
Freuds Trieblehre (Trieblehre) hat im Laufe der Zeit eine bedeutende Entwicklung durchlaufen. In ihrer ersten Formulierung (1905, Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie) schlug Freud zwei grundlegende Triebkategorien vor: die Sexualtriebe (Sexualtriebe oder Libido) und die Ichtriebe (Ich-Triebe / Selbsterhaltungstriebe). Mit dem 1920 veröffentlichten Werk Jenseits des Lustprinzips baute Freud dieses zweiteilige Modell um und ging zur Dichotomie von Lebenstrieb (Eros) und Todestrieb (Thanatos) über. Der Begriff des Todestriebs entstand aus der Beobachtung der zwanghaften Wiederholung, die bei Kriegstraumata beobachtet wurde, und wurde später zu einem der umstrittensten Begriffe der psychoanalytischen Welt.
Der Begriff der Libido ist für Freud nicht nur sexuelles Begehren, sondern eine umfassendere Kategorie psychischer Energie. Einer der Hauptpunkte seines großen Bruchs mit seinem Schüler Carl Jung 1913 ist die Deutung der Libido: Für Freud ist die Libido im Grunde sexuell, für Jung hingegen eine allgemeinere psychische Energie. Diese begriffliche Unterscheidung bildet den Kern aller Differenzen zwischen den beiden Systemen.
Die Lehre des Todestriebs (Todestrieb) ist Freuds späteste und spekulativste theoretische Wendung. Die durch den Ersten Weltkrieg verursachten massenhaften Traumata, das bei den Kriegsneurosen beobachtete Phänomen der zwanghaften Wiederholung und das ständige Wiederholen des Verlust-Wiederfind-Rhythmus durch Kinder im „Fort-da"-Spiel führten Freud dazu, eine nicht lebenserhaltende Triebkategorie anzunehmen. In Jenseits des Lustprinzips schreibt Freud: „Das Ziel allen Lebens ist der Tod" (Das Ziel allen Lebens ist der Tod). Dieser Ausdruck überschreitet die Grenzen der klinischen Psychoanalyse und gleitet in eine metaphysische Spekulation; er wurde später von Melanie Klein und Jacques Lacan — in verschiedener Form — in der psychoanalytischen Theorie bewahrt, von der etablierten Psychiatrie aber weitgehend abgelehnt.
Die psychoanalytische Methode
Freuds Neuerung in der Klinik ist die Psychoanalyse als systematische Behandlungsmethode. In ihrer klassischen Form vollzieht sich die Psychoanalyse im Rahmen von vier bis fünf Sitzungen pro Woche, mit dem auf der Couch liegenden Patienten und dem außerhalb des Blickkontakts sitzenden Analytiker. Dem Patienten wird die „Grundregel" (Grundregel) mitgeteilt: alles, was in seinem Geist auftaucht, ohne Zensur auszusprechen.
Die grundlegenden Werkzeuge des Analytikers: freie Assoziation, Traumdeutung, die Analyse von Versprechern und Vergessen (die „Psychopathologie des Alltagslebens"), die Handhabung von Übertragung (Übertragung) und Gegenübertragung (Gegenübertragung), das Bereitstellen von Deutung (Deutung) und Einsicht (Einsicht). Die Übertragung ist das Wiedererleben der aus den vergangenen Beziehungen des Patienten herübergetragenen Gefühle mit dem Analytiker — Freud zufolge ist diese „Übertragungsneurose" das stärkste Werkzeug der psychoanalytischen Behandlung.
Das Ziel der Behandlung ist es, die unbewussten Konflikte auf die Bewusstseinsebene zu bringen und an ihnen zu arbeiten. In Freuds berühmter Formulierung: „Wo Es war, soll Ich werden" (Wo Es war, soll Ich werden). Diese Formel zeigt eine strukturelle Ähnlichkeit mit dem Aufruf zur tazkiyat an-nafs (Läuterung der Seele) im Sufismus; doch für Freud ist das Ich nicht der Handlungsträger einer göttlichen Erleuchtung, sondern der Triebkontrolle und der Realitätsprüfung.
Die Abwehrmechanismen
Einer der beständigen theoretischen Beiträge Freuds — und besonders des Werks seiner Tochter Anna Freud Das Ich und die Abwehrmechanismen (1936) — ist die Klassifikation der strukturellen Abwehrmechanismen, die das Ich zur Handhabung des unbewussten Konflikts einsetzt. Die Hauptkategorien dieser Mechanismen sind die folgenden: Verdrängung (Verdrängung), Projektion (Projektion), Spaltung (Spaltung), Verleugnung (Verleugnung), Rationalisierung (Rationalisierung), Reaktionsbildung (Reaktionsbildung), Verschiebung (Verschiebung), Sublimierung (Sublimierung) und Regression (Regression).
Diese Mechanismen sind heute Begriffe, die in das Grundcurriculum der psychologischen Ausbildung eingegangen sind, und werden nicht nur in nicht-psychoanalytischen Ansätzen, sondern in einer breiten Disziplinenspanne — von der kognitiven Verhaltenstherapie bis zur modernen Neuropsychologie — verwendet. In der islamischen Ethiktradition zeigen die im Kapitel über die „Krankheiten des Herzens" (āfāt al-qalb) im Werk Iḥyāʾ ʿUlūm ad-Dīn al-Ghazālīs erörterten inneren Krankheiten wie riyāʾ (Heuchelei), ʿujb (Selbstgefälligkeit), ḥasad (Neid) und kibr (Hochmut) strukturelle Parallelen zu den psychoanalytischen Abwehrmechanismen. In Malik Badris Werk The Dilemma of a Muslim Psychologist (1979) ist diese Parallele systematisch behandelt; aber auch die Unterschiede zwischen dem moralisch-ontologischen Rahmen al-Ghazālīs und dem klinisch-materialistischen Rahmen Freuds sind sorgfältig betont.
Vergleichende Perspektive: Freud und die sufische nafs-Lehre
Strukturelle Parallelen
Zwischen Freuds Topographie von Es-Ich-Über-Ich und der Lehre der Stufen der Seele (nafs) des klassischen Sufismus wurden bemerkenswerte strukturelle Parallelen vorgebracht. In der sufischen Anthropologie wird die nafs in sieben Stufen klassifiziert: nafs al-ammāra (die zum Bösen befehlende Seele), nafs al-lawwāma (die sich selbst tadelnde Seele), nafs al-mulhima (die inspirierte Seele), nafs al-muṭmaʾinna (die zur Ruhe gekommene Seele), nafs al-rāḍiya (die zufriedene Seele), nafs al-marḍiyya (die wohlgefällige Seele), nafs al-kāmila (die vollkommene Seele).
Wie Necdet Tosun in seinem Werk Islam Tasavvufunda Hâcegân Hânedâni (Die Hâdschegân-Dynastie im islamischen Sufismus, 2002) gezeigt hat, ist dieses siebenstufige System in der Naqschbandiyya und besonders in der Halwatiyya als eine systematische Reise der Zustände funktionalisiert worden.
Auf oberflächlicher Ebene scheint Freuds Es der nafs al-ammāra zu entsprechen: Beide sind der Bereich des unkontrollierten Begehrens, der triebhaften Impulse. Das Über-Ich wiederum lässt sich parallel zur nafs al-lawwāma lesen: Beide arbeiten als innerer Richter. Das Ich schließlich wurde als der Anfangsschritt der nafs al-muṭmaʾinna gelesen — das mit der Realität abgestimmte, ausbalancierte Bewusstsein.
Tiefgreifende Unterschiede
Doch wenn diese Parallelen einem sorgfältigen Vergleich unterzogen werden, treten tiefgreifende Unterschiede zwischen den Systemen zutage. Der erste Unterschied betrifft die ontologische Grundlage: Freud begründet die Psyche auf einem biologisch-materialistischen Boden; die Psychoanalyse ist eine Naturwissenschaft, die sich (Freuds Vorhersage zufolge) letztlich mit der Neurowissenschaft vereinen wird. Die sufische Anthropologie hingegen sieht die nafs als ein ontologisches Wesen, das aus einem göttlichen Hauch (einer Einhauchung) kommt; die Unterscheidung zwischen nafs und rûh ist keine biologische, sondern eine metaphysische Unterscheidung.
Der zweite Unterschied betrifft die Bewegungsrichtung: Für Freud ist die psychische Entwicklung nicht die Verdrängung, sondern die Sublimierung des Es und seine Abstimmung mit dem gesellschaftlichen Leben; das höchste Ziel ist die „Fähigkeit zu lieben und zu arbeiten" (lieben und arbeiten). Für den Sufismus hingegen ist die Bewegung zwischen den Stufen der nafs ein ontologisches Aufsteigen zur göttlichen Wahrheit hin, ein sayr-i sulūk; das höchste Ziel ist fanāʾ (Auslöschung im Göttlichen) und baqāʾ (Fortbestand in Gott).
Der dritte Unterschied betrifft die Quelle der Autorität: Freuds Über-Ich ist die Verinnerlichung der Vaterautorität (und damit des gesellschaftlichen Gesetzes) — ihrem Ursprung nach historisch und kulturell. In der sufischen Anthropologie beruht die Mahnung der nafs al-lawwāma auf einer inneren göttlichen Referenz: Wie im Ausdruck des Korans wa-n-nafsi l-lawwāma (al-Qiyāma 75:2) ist das Gewissen die Stimme der göttlichen Mahnung im Inneren des Individuums.
Der vierte Unterschied ist der Unterschied des telos. Für Freud ist der Erfolg einer Behandlung, dass der Patient eine mit der Realität abgestimmte Bewusstseinsebene erreicht und die neurotischen Symptome zurückgehen; die Behandlung verfolgt ein negatives Ziel: die Abwesenheit der Krankheit. Für die sufische Reise (sulūk) hingegen ist das Ziel positiv: die Vereinigung mit der göttlichen Wahrheit. Diese Unterscheidung ist der grundlegende Punkt, den zeitgenössische Denker der islamischen Psychologie wie Mohammed Rustom und Karim Shamsi-Basha häufig betonen.
Der fünfte Unterschied betrifft die Zeitdimension. In Freuds Weltbild ist der Tod — und damit die Suche nach Unsterblichkeit — eine Illusion; im Werk Die Zukunft einer Illusion (1927) wird die Religion als die gesellschaftliche Neurose definiert, die diese Illusion aufrechterhält. Für den Sufismus hingegen ist das Nach-dem-Tod die eigentliche Dimension des geistigen Lebens; es ist der Aufruf, den der Hadith „Sterbet, bevor ihr sterbt" (mūtū qabla an tamūtū) anzeigt, das Sterben der nafs vor dem Tod zu vollziehen.
Freuds Verhältnis zum Mystizismus
Freud selbst nahm gegenüber der mystischen Erfahrung fortwährend eine skeptische und kritische Haltung ein. Zu Beginn des Werks Das Unbehagen in der Kultur verweilt er ausführlich bei dem „ozeanischen Gefühl" (ozeanisches Gefühl) — der Erfahrung der Vereinigung mit dem Ganzen —, das Romain Rolland in seinen Briefen ihm gegenüber erwähnte. Freud lehnt diese Erfahrung zwar nicht ab, deutet sie aber als einen Überrest der frühen Säuglingsphase, in der sich die Ich-Grenzen noch nicht gebildet hatten. Die mystische Vereinigung ist für Freud also kein fortgeschrittener geistiger Zustand, sondern eine entwicklungsmäßige Regression.
Wie Edward Said in seiner Arbeit Freud and the Non-European (2003) feststellt, ist Freuds Annäherung an den östlichen Mystizismus ein Produkt des europazentrischen orientalistischen Rahmens seiner Zeit. Freud verfolgte die psychoanalytischen Reisen nach Indien (über Girindrasekhar Bose) aus der Nähe, sah die östlichen Philosophien aber nicht als eine Parallele seines eigenen Systems, sondern als eine Alternative.
Freuds Annäherung an die Religion ist in den Werken Die Zukunft einer Illusion (1927) und Der Mann Moses und die monotheistische Religion (1939) systematisch behandelt. Für Freud ist die Religion eine kollektive Neurose, eine projizierte Verlängerung der Unsicherheiten der Kindheit. Gott ist die auf kosmischem Maßstab projizierte Vaterfigur; Glaubensinhalte wie Wunder, göttlicher Lohn und göttliche Strafe und das Leben nach dem Tod sind kollektive Abwehrmechanismen, die eingesetzt werden, um das Ich vor der Realität zu schützen.
Diese reduktionistische Lesart hat Kritik erfahren — sowohl von gläubigen Denkern (etwa vom muslimischen Psychologen Malik Badri) als auch von religionsphilosophisch arbeitenden westlichen Denkern (etwa aus Paul Ricœurs Werk De l'interprétation. Essai sur Freud). Ricœur legte nahe, dass Freuds Ansatz als „Hermeneutik des Verdachts" bewertet werden könne und ihm eine „Hermeneutik des Glaubens" zur Seite gestellt werden müsse.
Kritik und Reflexionen
Wissenschaftliche Kritik
Freuds Theorien waren von ihrem Auftreten an ernster wissenschaftlicher Kritik ausgesetzt. Karl Popper vertrat, dass die Psychoanalyse keine falsifizierbaren Vorhersagen hervorbringe und folglich ihr wissenschaftlicher Status umstritten sei. Adolf Grünbaums Werk The Foundations of Psychoanalysis (1984) hat die erkenntnistheoretischen Grundlagen der Psychoanalyse im Einzelnen hinterfragt. Im Freud-Artikel der Stanford Encyclopedia of Philosophy (Edward Erwin, 2023) wird der aktuelle Stand dieser Debatten systematisch zusammengefasst.
Das Verhältnis zwischen der zeitgenössischen Neurowissenschaft und der Psychoanalyse wird zusehends komplexer. Die von Mark Solms angeführte Bewegung der „Neuropsychoanalyse" hat nahegelegt, dass einige der grundlegenden Hypothesen Freuds — etwa die libidinöse Aktivierung der Träume — eine neurobiologische Entsprechung haben könnten. Nobelpreisträger der Neurowissenschaft wie Eric Kandel haben eine Suche nach einer Integration von Psychoanalyse und Neurowissenschaft unterstützt.
Mark Solms' Werk The Hidden Spring (2021) ist der aktuellste Versuch, den Ursprung des Bewusstseins mit einem Freud-artigen, triebzentrierten Modell zu erklären. Solms zufolge ist die neuroanatomische Entsprechung von Freuds Begriff „Es" der Bereich des periaquäduktalen Graus im Hirnstamm; und das Bewusstsein entspringt nicht dem Kortex, sondern dieser tiefen Struktur. Diese Hypothese ist zwar umstritten, weist aber darauf hin, dass Freuds Einsichten in der Sprache der modernen Neurowissenschaft neu formuliert werden könnten.
Feministische Kritik
Freuds Schriften über die Psychologie der Frau — besonders die Behauptungen über den „Penisneid" (Penisneid) und die „schwächere" weibliche Libido — sind Gegenstand schwerer Kritik feministischer Denkerinnen geworden. Weibliche Psychoanalytikerinnen wie Karen Horney, Helene Deutsch und Melanie Klein haben mit ihren eigenen theoretischen Systemen Antworten auf diese Kritik hervorgebracht. Französische feministische Denkerinnen wie Luce Irigaray und Julia Kristeva wiederum haben dekonstruktive Lesarten entwickelt, die Freuds Text von innen kritisieren und umgestalten.
Karen Horneys Aufsatzsammlung Feminine Psychology (1967) legt nahe, dass Freuds Theorie der weiblichen Libido eine Widerspiegelung einer patriarchalen Kultur sei. Horney zufolge ist der bei einigen Frauen beobachtete „Penisneid" keine echte psychologische Wirklichkeit, sondern ein symbolischer Ausdruck der Ungleichheiten, die die patriarchale Kultur der Frau auferlegt. Die moderne feministische Psychoanalyse setzt diese Grundeinsicht Horneys fort.
Kultureller Einfluss
Freuds Einfluss auf die westliche Kultur ist nicht auf die klinische Psychoanalyse beschränkt. Die moderne Kunst (besonders die Bewegung des Surrealismus — André Bretons Manifeste stützen sich unmittelbar auf Freud), die Literatur (Joyce, Kafka, Mann), das Kino (besonders Hitchcocks Werke), die Anthropologie (die Debatten Bronisław Malinowskis und Margaret Meads) und selbst die Werbeindustrie (die Begründung der Disziplin der „Public Relations" durch Freuds Neffen Edward Bernays) haben Freuds begriffliches Erbe in verschiedener Form umgestaltet.
Thomas Manns Tetralogie Joseph und seine Brüder (1933-1943) ist ein großes Werk der europäischen Literatur, das die biblische Josephsgeschichte mit einer Freud-orientierten psychologischen Analyse neu erzählt. In Franz Kafkas Romanen Der Prozess und Das Schloss ist die Präsenz der ödipalen Autoritätsfigur von der modernen Kritik häufig erörtert worden. Hitchcocks Filme wie Vertigo, Psycho und Spellbound behandeln unmittelbar psychoanalytische Themen; die Traumszene von Spellbound (1945) wurde von Salvador Dalí gestaltet und ist das konkreteste Beispiel der surrealistisch-psychoanalytischen Ästhetik im Kino geworden.
Die Reaktion muslimischer Denker
In der islamischen Welt wurde Freud sowohl wegen seines reduktionistischen Materialismus kritisiert als auch von seinen begrifflichen Werkzeugen Gebrauch gemacht. Der pakistanische Dichter-Philosoph Muhammad Iqbal (1877-1938) nimmt in seinem Werk Reconstruction of Religious Thought in Islam (1930) Freuds Lehre vom Unbewussten vorsichtig an, lehnt aber dessen materialistischen Rahmen ab und deutet das Unbewusste als einen geistigen Horizont neu.
Das Werk The Dilemma of a Muslim Psychologist (1979) des sudanesischen Psychiaters Malik Badri vertritt, dass muslimische Psychologen, anstatt die Freud-zentrierte westliche Psychologie zu entlehnen, aus der klassischen islamischen sufischen Anthropologie schöpfend eine eigenständige Psychologie entwickeln sollten. Badris Aufruf hat in den folgenden Jahrzehnten zur Entstehung der Bewegung der „Islamischen Psychologie" beigetragen.
Zeitgenössische muslimische Denker — Namen wie Mohammed Rustom, S.M. Ghazanfar, Rasjid Skinner und Abdullah Rothman — sind, anstatt Freuds Begriffe gänzlich abzulehnen oder unverändert zu übernehmen, auf der Suche nach einer selektiven Integration, indem sie in einen Dialog mit der klassischen sufischen Psychologie treten. In diesem Rahmen wird versucht, eine moderne muslimische Psychologie aufzubauen, indem Freuds Werkzeuge wie Verdrängung, Projektion und Abwehrmechanismus zusammen mit den Kategorien des Sufismus wie den Stufen der nafs, riyāʾ und ʿujb gedacht werden.
Die letzten Jahre und das Exil
Bei Freud, dem 1923 ein Krebs in der Mundhöhle diagnostiziert wurde, setzte sich das Leben über sechzehn weitere Jahre mit mehr als dreißig chirurgischen Eingriffen fort. Trotz dieser körperlichen Schmerzen entstanden im Zeitraum 1923-1939 Freuds anspruchsvollste metapsychologische Werke: Das Ich und das Es (1923), Jenseits des Lustprinzips (1920), Das Unbehagen in der Kultur (1930), Der Mann Moses und die monotheistische Religion (1939).
Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 gelang es dem 82-jährigen Freud — durch die Vermittlung des Psychoanalytikers Ernest Jones und der Marie Bonaparte —, von Wien nach London zu fliehen. Sein letztes Haus in den Maresfield Gardens dient heute als Freud-Museum. Freud nahm am 23. September 1939 in Hampstead mit einer hohen Dosis Morphium, die er mit Hilfe seines Arztes Max Schur erhielt, Abschied vom Leben; sein Tod wird als eine Art rationaler Suizid gedeutet, nachdem der Krebsschmerz unerträglich geworden war.
Freuds Urne wird zusammen mit der später hinzugefügten Asche seiner Frau Martha Freud in einer der antiken griechischen Vasen, die er sein Leben lang gesammelt hatte, im Krematorium von Golders Green aufbewahrt.
Freud schrieb sein letztes Werk Der Mann Moses und die monotheistische Religion in seinem Londoner Exilhaus. Dieses kühne und überaus umstrittene Werk behauptet, Moses sei ein ägyptischer Priester gewesen, habe den Hebräern einen Monotheismus aton-kultischen Ursprungs gelehrt und sei schließlich von seinem Volk getötet worden. Diese Behauptung erregte sowohl in der jüdischen Gemeinschaft als auch unter den Historikern großen Widerspruch; aber als der letzte Ausdruck von Freuds lebenslangem Thema des „Vatermordes" nimmt sie in der psychoanalytischen Theorie einen zentralen Platz ein.
Erbe und moderne Reflexion
Freuds Erbe wird heute auf widersprüchliche Weise bewertet. Einerseits ist die klassische Psychoanalyse als klinische Disziplin besonders in den USA weitgehend zurückgegangen; die kognitive Verhaltenstherapie und die Psychopharmakologie haben sich stärker durchgesetzt. Andererseits bewahrt die Psychoanalyse in Frankreich und Lateinamerika noch immer ihre intellektuelle Lebendigkeit; und Freuds grundlegende Begriffe wie Trieb, Unbewusstes, Abwehrmechanismen und Übertragung werden in vielen Schulen der modernen Psychotherapie noch immer verwendet.
Die von Jacques Lacan mit seinen Seminaren zwischen 1953 und 1980 entwickelte strukturale Psychoanalyse hat im Rahmen des Aufrufs zu einer „Rückkehr" zu Freud eine Neulektüre Freuds mit der saussureschen Linguistik und der hegelschen Dialektik vollzogen. Lacans These „Das Unbewusste ist strukturiert wie eine Sprache" (l'inconscient est structuré comme un langage) formuliert Freuds Begriffe in einem symbolisch-linguistischen Rahmen neu. Diese Lesart ist besonders durch die Arbeiten des französischen und slowenischen Denkers Slavoj Žižek zu einem Werkzeug der zeitgenössischen Kulturkritik geworden.
Aus der Perspektive der vergleichenden Spiritualität betrachtet, ist Freuds beständigster Beitrag, dass er die systematische Einführung der Kategorie des Unbewussten in das moderne westliche Denken ermöglicht hat. Diese Kategorie wurde von späteren Denkern wie Carl Jung und Henry Corbin in einem mystischen und spiritualitätsorientierten Rahmen neu bearbeitet; die Kategorien der inneren Geographie des Sufismus wie nafs, qalb (Herz), rûh und sirr wurden in der modernen westlichen Sprache wieder besprechbar. In diesem Sinne lässt sich Freud auch als ein Denker lesen, der über seine eigene materialistische Absicht hinaus die Infrastruktur der vergleichenden geistigen Anthropologie begründet hat.
Die Bewegung der Islamischen Psychologie (Denker wie Malik Badri, Mohammed Rustom, S.M. Ghazanfar) ist heute auf der Suche, die post-freudsche Psychotherapie mit der klassischen Anthropologie des Sufismus zu synthetisieren; eine Lesart, die Freuds Begriffe weder gänzlich ablehnt noch unverändert übernimmt, prägt die grundlegende Methodologie dieser Bewegung.
Mehr als achtzig Jahre nach Freuds Tod ist er, obgleich seine Beständigkeit noch immer eine umstrittene Frage ist, ein Denker, dessen Spur auf der zeitgenössischen intellektuellen Landkarte überall lesbar ist. Unbewusstes, Trieb, Verdrängung, Sublimierung, Übertragung, Projektion, Abwehrmechanismus, Ödipuskomplex — all dies sind nicht nur klinische Begriffe, sondern Kategorien, die zu grundlegenden Werkzeugen des modernen Selbstverständnisses geworden sind. Die Studien der vergleichenden Spiritualität setzen die Suche nach einer weder rein reduktionistischen noch rein mystischen Psychologie fort, indem sie diese modernen Kategorien mit den klassischen mystischen Traditionen in einen Dialog bringen; und einer der grundlegenden Bezugspunkte dieser Suche ist Freud selbst, der dem Mystizismus mit Skepsis gegenübertrat, der mystischen Tradition aber ein neues begriffliches Alphabet für ihre Sprache lieferte.