Heilige Schriften

Sunan an-Nasâʾî (as-Sunan as-Sughrâ / al-Mudschtabâ)

Das von Imam an-Nasâʾî (215–303 H.) verfasste vierte Buch der Kutub as-Sitta; ein nach fiqh-rechtlicher Klassifikation aufgebauter Sunan von rund 5.700 Hadîthen, der in der Überliefererkritik die sorgfältigste Haltung verkörpert.

20 Verbindungen Heilige Schriften Auf der Karte zeigen → ⌛ Sonstige

Vorstellung des Werks

as-Sunan as-Sughrâ — unter seinem geläufigen Namen al-Mudschtabâ oder kurz Sunan an-Nasâʾî — ist ein großes Sunan-Werk, das von Abû ʿAbd ar-Rahmân Ahmad b. Schuʿayb b. ʿAlî an-Nasâʾî (215–303 H. / 830–915 n. Chr.) verfasst wurde und als das vierte Buch der Kutub as-Sitta gilt. Da es die vom Verfasser selbst getroffene Kurzfassung der eigentlichen, langen Version as-Sunan al-Kubrâ ist, erlangte es im Sinne von „das Erlesene, Auserwählte" unter dem Namen al-Mudschtabâ Berühmtheit.

Der Wert, der dem Sunan an-Nasâʾîs innerhalb des sunnitischen Hadîth-Kanons beigemessen wird, steht an dritter Stelle nach Sahîh al-Buchârî und Sahîh Muslim. Diese Reihung ist kein Zufall: An-Nasâʾî gilt als einer der sorgfältigsten Gelehrten innerhalb der sunnitischen Tradition in der Überliefererkritik — also in der Disziplin des Dscharh wa-t-Taʿdîl (Kritik und Beglaubigung der Überlieferer). Die von den klassischen Quellen überlieferte berühmte Wendung lautet: „schartu n-Nasâʾî aschaddu min scharti Muslim" — die Überliefererbedingung an-Nasâʾîs ist strenger als die Bedingung Muslims.

Die Hadîth-Zahl des al-Mudschtabâ wird in den klassischen Zählungen mit etwa 5.761 Hadîthen angegeben; diese Zahl ist einschließlich der Wiederholungen berechnet. Das Werk umfasst 51 Hauptbücher (Kitâb) und Tausende von Unterkapiteln (Bâb); seine Anordnung ist fiqh-rechtlich, das heißt nach den Themen der scharî'a-rechtlichen Bestimmungen geordnet.

Imam an-Nasâʾî: Leben und wissenschaftliche Persönlichkeit

An-Nasâʾî wurde in der Stadt Nasâ in der Region Chorasan — innerhalb der heutigen Grenzen Turkmenistans — geboren. Er begann seine Hadîth-Ausbildung in jungen Jahren und besuchte den Unterricht Qutayba b. Saʿîds. Später durchreiste er mit kompromissloser Sorgfalt Gebiete wie Chorasan, den Hidschâz, den Irak, Ägypten und Syrien und erhielt von den führenden Hadîth-Gelehrten (Muhaddithûn) der Zeit das Samâʿ (Hören) und die Idschâza (Überlieferungserlaubnis).

Zu den Lehrern an-Nasâʾîs zählen Ishâq b. Râhûya, ʿAlî b. Hudschr, Abû Dâwûd (der ebenfalls sein Lehrer ist) und Hischâm b. ʿAmmâr. Unter seinen Schülern finden sich bedeutende Namen wie at-Tabarânî. In der letzten Phase seines Lebens ließ er sich in Kairo nieder; dort verfasste er unter dem Titel Chasâʾis al-Imâm ʿAlî ein Werk über die Vorzüge ʿAlîs. Es wird überliefert, dass er wegen dieses Werkes von einigen umayyadischen Sympathisanten in Syrien tätlich angegriffen wurde und an den Wunden dieses Ereignisses im Jahr 303 H. auf dem Weg nach Mekka — einer Überlieferung zufolge in der Stadt ar-Ramla in Palästina — verstarb.

Diese biographische Einzelheit ist von Bedeutung: Der Reichtum der Hadîth-Abschnitte über die Ahl al-Bayt im Sunan an-Nasâʾî ist nicht Ausdruck einer parteilichen Haltung des Verfassers in dieser Frage, sondern im Gegenteil ein Widerschein seiner Sorgfalt um die authentische Überlieferung. Jonathan Brown (Hadith, 2009) betont, dass an-Nasâʾî der schâfiitischen Linie nahestand, in der Hadîth-Kritik jedoch keine Rechtsschul-Bindung walten ließ.

Inhaltsstruktur

Das al-Mudschtabâ beruht auf dem Grundsatz der fiqh-rechtlichen Anordnung. Die Hauptbücher — eine Teilliste — sind die folgenden:

  1. Kitâb at-Tahâra (Reinheit) — Wudûʾ, Ghusl, Tayammum; 326 Kapitel
  2. Kitâb al-Miyâh (Die Wasser) — Wasserarten und ihre Bestimmungen
  3. Kitâb al-Hayd (Menstruation) und Kitâb al-Ghusl
  4. Kitâb al-Wudûʾ (Rituelle Waschung) — besonders ausführlich
  5. Kitâb at-Tayammum, Kitâb as-Salât (Gebet)
  6. Kitâb al-Mawâqît (Gebetszeiten), Kitâb al-Adhân
  7. Kitâb al-Masâdschid, Kitâb al-Qibla
  8. Kitâb al-Imâma, Kitâb al-Iftitâh
  9. Kitâb at-Tatbîq (Die Haltung der Hände bei der Verbeugung)
  10. Kitâb as-Sahw (Niederwerfung der Versehen), Kitâb al-Dschumʿa
  11. Kitâb al-Kusûf und Kitâb al-Istisqâʾ (Gebete bei Sonnenfinsternis und um Regen)
  12. Kitâb al-Dschanâʾiz — besonders umfangreich, umfasst die mit dem Tod verbundenen Bräuche
  13. Kitâb az-Zakât, Kitâb al-Manâsik (Hadschdsch)
  14. Kitâb an-Nikâh, Kitâb at-Talâq, Kitâb al-Buyûʿ
  15. Kitâb al-Qasâma, Kitâb al-Hudûd (Strafen)
  16. Kitâb al-Aschriba (Getränke)
  17. Kitâb as-Sayd (Jagd) und Kitâb ad-Dahâyâ (Opfer)
  18. Kitâb az-Zîna und Kitâb Âdâb al-Qudât (Die guten Sitten der Richter)
  19. Kitâb al-Istiʿâdha (Schutzgebete), Kitâb al-Îmân wa-Scharâʾiʿuhu (Der Glaube und seine Säulen)

Wie ersichtlich, folgt die Anordnung einer al-Buchârî ähnlichen fiqh-rechtlichen Reihenfolge; an-Nasâʾî geht jedoch in manchen Abschnitten — besonders bei Wudûʾ, Gebet, Bestattung und Eheschließung — zu einer weit ausführlicheren Gliederung als al-Buchârî über. Dass sich beispielsweise unter dem Kitâb al-Wudûʾ über 132 Kapitel finden, hat dem Werk den Rang des reichsten Hadîth-Schatzes der sunnitischen Praxis in Bezug auf den Gottesdienst (ʿibâdât) verschafft.

Verfassungs-Methodologie

Die Methodologie an-Nasâʾîs erhebt sich auf drei Grundprinzipien:

1. Äußerst sorgfältige Überliefererkritik

In der Tradition des Dscharh wa-t-Taʿdîl gilt an-Nasâʾî nach al-Buchârî und Muslim als der strengste Kritiker. Das Werk Kitâb ad-Duʿafâʾ wa-l-Matrûkûn über die schwachen Überlieferer hat er gleichfalls selbst verfasst; hierin sind etwa 700 von ihm als mangelhaft befundene Überlieferer aufgelistet. Wie die klassische Methodik-Literatur darlegt, kann ein Überlieferer, selbst wenn er von Muslim und at-Tirmidhî für thiqa (zuverlässig) gehalten wird, von an-Nasâʾî als schwach eingestuft werden. Aus diesem Grund hat sich in der sunnitischen Tradition für die im al-Mudschtabâ überliefernden Gewährsleute eine eigene technische Kategorie herausgebildet, die „schartu n-Nasâʾî" (die Bedingung an-Nasâʾîs) genannt wird.

2. Das Zusammenführen der verschiedenen Wege desselben Hadîth

An-Nasâʾî gibt einen Hadîth nicht an einer einzigen Stelle wieder, sondern mehrfach unter demselben Abschnitt über verschiedene Isnâd-Wege. Dies ist eine bewusste Technik, um die Unterschiede des Isnâd al-ʿâlî (des hohen Isnâd) und die Varianten des Textes (Matn) vor Augen zu führen. Christopher Melchert (The Formation of the Sunni Schools of Law, 1997) stellt fest, dass diese Technik an-Nasâʾî zum raffiniertesten Systematiker der sunnitischen Hadîth-Kritik macht.

3. Das Kennzeichnen schâdhdh-Hadîthe

Weist ein Hadîth im Text oder im Isnâd eine schâdhdh (anomale) Seite auf, so gibt an-Nasâʾî dies ausdrücklich an: Mit technischen Wendungen wie „hâdhâ hadîthun munkar", „schâdhdh" oder „lâ naʿlamu ahadan tâbaʿahû" fügt er seine eigene Kritik hinzu. Dies macht das Werk nicht zu einer bloßen Kompilation, sondern zugleich zu einem lebendigen Kritikbuch.

Nach Jonathan Brown erreicht die Methode an-Nasâʾîs eine technische Sorgfalt, die sogar von modernen Kritikern (Joseph Schacht, G. H. A. Juynboll) anerkannt wird; an-Nasâʾî steht von den sunnitischen Hadîth-Sammlern den akademischen Standards am nächsten.

Hadîth-Grade

Die Hadîthe im al-Mudschtabâ sind nicht von einem einzigen Grad. An-Nasâʾî selbst hat sein Werk als asahhu l-kutub baʿda l-Buchârî wa-Muslim (das authentischste Buch nach al-Buchârî und Muslim) bezeichnet; doch bedeutet dies nicht, dass jeder darin enthaltene Hadîth authentisch ist. Die klassische Einteilung lautet:

Die klassischen Gelehrten — besonders Ibn Hadschar (al-Muʿdscham al-Mufahras) und as-Suyûtî — haben die schwachen Hadîthe im Sunan an-Nasâʾîs einzeln bestimmt. Der moderne Forscher Nâsir ad-Dîn al-Albânî (1914–1999) hält in seiner Arbeit Sahîh wa-Daʿîf Sunan an-Nasâʾî von den etwa 5.700 Hadîthen rund 750 für schwach; diese Quote (13 %) ist sowohl höher als bei al-Buchârî als auch bei Muslim, jedoch geringer als bei at-Tirmidhî (20 %) und Abû Dâwûd (~18 %).

Vergleichende Perspektive: An-Nasâʾî innerhalb der Kutub as-Sitta

Ein technischer Vergleich der sechs Werke der Kutub as-Sitta verdeutlicht die Stellung an-Nasâʾîs.

Die Reihung (nach Authentizitätsgrad)

Die kanonische Reihung nach dem sunnitischen Idschmâʿ:

  1. Sahîh al-Buchârî (~7.275 Hadîthe, mit Wiederholungen)
  2. Sahîh Muslim (~7.563 Hadîthe)
  3. Sunan an-Nasâʾî (~5.761 Hadîthe) — nach manchen Auffassungen an 4. Stelle
  4. Sunan Abî Dâwûd (~5.274 Hadîthe)
  5. Sunan at-Tirmidhî (~3.956 Hadîthe)
  6. Sunan Ibn Mâdscha (~4.341 Hadîthe)

Manche Gelehrte (Ibn Hadschar, as-Suyûtî) zählen an-Nasâʾî vor Abû Dâwûd und at-Tirmidhî; die Begründung ist die strengere Überliefererbedingung.

Inhaltliche Schwerpunkte

Diese Tabelle macht an-Nasâʾî zur Hauptquelle der detaillierten Ordnung der sunnitischen Gottesdienstpraxis (ʿibâdât). Eben darum greift die schâfiitische Rechtsschule in ihren Hadîth-Nachweisen (Tachrîdsch) häufig auf an-Nasâʾî zurück.

Vergleichstabelle: Hadîth-Zahl zum selben Thema

Als Beispiel das Thema Gebet (as-Salât):

Dass der Gebetsabschnitt an-Nasâʾîs derart umfangreich ausfällt, rührt daher, dass er feinste Einzelheiten wie die Details des Wudûʾ, das Qiyâm, die Verbeugung, die Niederwerfung, das Taschahhud und das Schlussgrußformel über verschiedene Isnâd-Wege wiedergibt.

Moderne Kommentare

Die wichtigsten klassischen und modernen Kommentare zum Sunan an-Nasâʾî:

Klassische Kommentare

  1. Zahr ar-Rubâ ʿalâ l-MudschtabâDschalâl ad-Dîn as-Suyûtî (gest. 911 H. / 1505 n. Chr.). Wie die übrigen Kutub-as-Sitta-Kommentare as-Suyûtîs ein überlieferungsgestützter Kommentar mit begrenzter Dirâya-Dimension. In der Türkei wurde er ediert.
  2. Hâschiya ʿalâ Sunan an-NasâʾîAbû l-Hasan as-Sindî (gest. 1138 H. / 1726 n. Chr.). Diese aus Indien stammende Glosse fällt durch ihre sprachlichen Analysen und fiqh-rechtlichen Deutungen auf; sie ist um den Text as-Suyûtîs herum aufgebaut.
  3. Hâschiya ʿalâ Sunan an-Nasâʾî — Muhammad b. ʿAbd al-Hâdî as-Sindî (gest. 1139 H.). Dem Vorigen zeitlich nahestehend.

Moderne Editionen

Kritik und Diskussionen

Kritik innerhalb der klassischen Epoche

Unter den Gelehrten der klassischen Epoche bewegt sich die hauptsächliche Kritik an an-Nasâʾî entlang zweier Achsen:

1. Die Debatte um Chasâʾis al-Imâm ʿAlî: An-Nasâʾîs eigenständiges Werk Chasâʾis wurde von einigen sunnitischen Kreisen — besonders von den umayyadischen Sympathisanten Syriens — als „übermäßig ʿAlî-parteilich" empfunden, ja es wurde sogar behauptet, der Verfasser sei „schiitisch geneigt". Doch adh-Dhahabî (gest. 748 H.) weist in seinem Siyar diese Behauptung zurück und stellt fest, dass an-Nasâʾî dem Glauben der Ahl as-Sunna anhing, die von ihm für authentisch befundenen Hadîthe überlieferte und keine Rechtsschul-Parteilichkeit walten ließ. Auch unter den modernen Forschern hat Wael Hallaq diese Frage im Rahmen von Authority, Continuity and Change in Islamic Law (2001) bewertet; er hat an-Nasâʾî als vorbildlichen Verfasser eingeordnet, der „die authentische Überlieferung trotz politischen Drucks bevorzugte".

2. Das Verhältnis zwischen al-Mudschtabâ und al-Kubrâ: Manche klassischen Gelehrten — etwa Ibn as-Salâh — hegten Zweifel daran, ob das al-Mudschtabâ von an-Nasâʾî selbst oder von seinem Schüler Ibn as-Sunnî ausgewählt worden sei. Die zeitgenössische Forschung (Jonathan Brown, 2009) hat diese Frage durch eine sorgfältige Isnâd-Analyse gelöst und gezeigt, dass die Kurzfassung an-Nasâʾîs eigene Auswahl war und die Rolle des Schülers sich auf die bloße Überlieferung beschränkte.

Zeitgenössische orientalistische und revisionistische Kritik

Joseph Schacht (The Origins of Muhammadan Jurisprudence, 1950) und sein Nachfolger G. H. A. Juynboll hielten die Isnâde aller Hadîth-Korpora des 9. Jahrhunderts, einschließlich des Sunan an-Nasâʾî, methodisch für zweifelhaft. Nach Schacht wurde der größte Teil der fiqh-rechtlichen Hadîthe im Gefolge der Fiqh-Debatten des 2. Jahrhunderts H. rückwirkend projiziert und mit einem Isnâd versehen. Innerhalb dieses Paradigmas bedeutet selbst die sorgfältige Dscharh an-Nasâʾîs nur eine Auswahl aus vorhandenem Material; sie beweist nicht die authentische Anbindung des Materials an den Propheten.

Dagegen kritisieren zeitgenössische muslimische Wissenschaftler (Mustafâ al-Aʿzamî, On Schacht's Origins, 1985) Schachts Methodologie; sie vertreten, dass die Sorgfalt an-Nasâʾîs außergewöhnlich sei und dass bei Anwendung der Common-Link-Analyse auf an-Nasâʾî authentische Anbindungen an den Propheten zutage träten. Jonathan Brown (Hadith, 2009, Kapitel 8) betont, dass diese Debatte keiner „vollständigen Lösung" zugeführt wurde, dass jedoch die Position an-Nasâʾîs irgendwo zwischen radikaler Skepsis und naiver Annahme liegt.

Die geistlich-mystische Dimension des Sunan an-Nasâʾî

Die letzten Abschnitte des Sunan an-Nasâʾîs — besonders das Kitâb al-Istiʿâdha (Schutzgebete) und das Kitâb al-Îmân wa-Scharâʾiʿuhu (Der Glaube und seine Säulen) — offenbaren, dass das Werk keine rein rechtliche Sammlung ist, sondern zugleich eine geistliche Pädagogik. In diesen Abschnitten finden sich ausführlich Praktiken wie:

In der Tasawwuf-Tradition wird der Sunan an-Nasâʾî eben deshalb häufig zitiert, besonders im Ihyâʾ al-Ghazâlîs und in den Riyâd as-Sâlihîn an-Nawawîs. Die sunnitische Legitimität der Dhikr-Disziplin (des Gottesgedenkens) beruht in großem Maße auf diesen Abschnitten an-Nasâʾîs.

Wirkung und Gegenwart

Der Sunan an-Nasâʾî wird heute:

Fazit

Der Sunan an-Nasâʾî ist hinsichtlich der technischen Sorgfalt der Gipfelpunkt des sunnitischen Hadîth-Kanons. Auch wenn er nicht den Rang der Sahîhayn al-Buchârîs und Muslims erreicht, repräsentiert er — was die Strenge der Überliefererbedingung und die Technik des Kennzeichnens schâdhdh-Hadîthe betrifft — die intellektuell-akademische Vollendung der sunnitischen Hadîth-Kritik. Seine Stellung innerhalb der Kutub as-Sitta lebt, verbunden mit dem ʿibâdât-zentrierten Inhalt des Werkes und der rechtsschul-übergreifenden Sorgfalt des Verfassers, bis heute in der sunnitischen Welt als Nachschlagequelle sowohl des Fiqh als auch der geistlichen Praxis fort. Zusammen mit einer koranzentrierten Lesart betrachtet, gehört der Sunan an-Nasâʾî zu den raffiniertesten Bausteinen der textlichen Architektur der Sunna.