Bedeutende Persönlichkeiten

Gershom Scholem: Der akademische Entdecker der jüdischen Mystik

Historiker und Philologe, der die moderne akademische Erforschung der jüdischen Mystik (Kabbala) begründete. Er stellte Sefirot, Zohar und die lurianische Kabbala auf eine wissenschaftliche Grundlage.

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Einleitung

Gershom Scholem (1897–1982) ist der Historiker und Philologe, der die moderne akademische Erforschung der jüdischen Mystik — der Tradition der Kabbala — begründete. Der Denker, der in Berlin unter dem Namen Gerhard Scholem zur Welt kam und später den hebräischen Namen „Gershom" annahm, wurde an der Hebräischen Universität Jerusalem der erste Professor des weltweit erstmals eingerichteten Lehrstuhls für „Jüdische Mystik". Sein lebenslanges Bemühen galt dem, das mystische Erbe, das jahrhundertelang von der rationalistischen jüdischen Intellektualität an den Rand gedrängt, ja sogar als ein beschämender Aberglaube angesehen worden war, mit sorgfältiger philologischer Methode wiederaufzubauen und es als ein zentrales Phänomen der Religionsgeschichte zu zeigen. Ohne Scholems Werk wäre ein ganzes spirituelles Universum, das vom Sefirot-Baum über die lurianische Kosmologie bis zur symbolischen Sprache des Zohar reicht, heute weitgehend im Dunkeln geblieben.

Scholems Projekt war nicht nur eine Arbeit des Wissenssammelns; es war eine tiefe hermeneutische Frage danach, wie ein moderner Mensch sich einer verlorenen spirituellen Sprache nähern kann. Er selbst war kein Mystiker im traditionellen Sinne; aber er versuchte, den „lebendigen Organismus" in den mystischen Texten, also die Kraft des Mythos und des Symbols, zu erfassen, ohne ihn auf einen kalten Gegenstand zu reduzieren. Damit ist Scholem eine vorbildliche Gestalt, die am Schnittpunkt der vergleichenden Spiritualität und der Religionsgeschichte steht. Er war zugleich ein Archivar, ein Analytiker und ein spiritueller Zeuge; ein weiser Gelehrter, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Worte der mystischen Tradition wieder zum Sprechen zu bringen.

In diesem Beitrag behandeln wir Scholems Leben, seine historisch-philologische Methode, die wichtigsten von ihm untersuchten kabbalistischen Begriffe, die Horizonte, die er für die vergleichende Religionswissenschaft eröffnete, die an ihn gerichtete Kritik und sein bis heute reichendes Erbe. Das Ziel ist nicht nur, das Porträt eines Wissenschaftlers zu zeichnen, sondern zugleich zu zeigen, wie eine verborgene und verhüllte spirituelle Welt für den modernen Verstand wieder lesbar gemacht wurde.

Sein Leben und sein akademischer Werdegang

Scholem kam in einer assimilierten, säkularen jüdischen Familie in Berlin zur Welt. Sein Vater war Buchdrucker und ein der deutschen Kultur völlig angepasster Mann. Die Familie hatte sich von der traditionellen jüdischen Frömmigkeit weitgehend entfernt; die Schabbat-Abende waren keine religiöse Feier mehr, sondern ein gewöhnliches Familienessen. Der junge Gerhard hingegen lehnte sich früh gegen diese Assimilation auf: Er lernte Hebräisch, schloss sich zionistischen Jugendkreisen an und machte es sich zu einer spirituellen Aufgabe, zu den jüdischen Quellen zurückzukehren. Deshalb erlebte er mit seinem Vater eine tiefe Spannung; der Vater fand das „Festhängen an der Vergangenheit" seines Sohnes sinnlos.

Scholem studierte zunächst Mathematik und Philosophie; die Bewunderung, die er für die Genauigkeit des abstrakten Denkens hegte, wurde später auch zur Quelle der außergewöhnlichen Sorgfalt in seinen philologischen Arbeiten. Doch sein Interesse verlagerte sich allmählich ganz zur jüdischen Mystik. Um die kabbalistischen Handschriften lesen zu können, erlernte er das Aramäische und das mittelalterliche Hebräisch von Grund auf. 1923 wanderte er nach Palästina aus, ließ sich in Jerusalem nieder und leitete dort die Abteilung der hebräischen und judaistischen Sammlungen der Nationalbibliothek. Dieses Bibliotheksamt verschaffte ihm den unmittelbaren Zugang zu Tausenden von Handschriften; Scholems gewaltiger philologischer Wissensschatz wurde weitgehend in diesen geduldigen Jahren angesammelt. Er untersuchte, sortierte und datierte die aus den verstaubten Regalen geholten, oft ungelesenen und unkatalogisierten Texte einzeln.

1933 wurde er an der Hebräischen Universität zum Professor für jüdische Mystik ernannt und blieb auf diesem Lehrstuhl, bis er 1965 in den Ruhestand trat. Seine Schüler — Namen wie Isaiah Tishby, Joseph Weiss und in der nachfolgenden Generation Moshe Idel — verwandelten die Kabbala-Forschung in eine weltweit angesehene akademische Disziplin. Scholem erhielt 1958 den Israel-Preis im Fach Judaistik, 1968 die Präsidentschaft der Israelischen Akademie der Wissenschaften und Geisteswissenschaften und 1977 den Bialik-Preis im Bereich des jüdischen Denkens. Diese Auszeichnungen waren auch ein Zeichen dafür, wie ein einst geringgeschätztes Thema zu einer angesehenen Wissenschaft aufstieg.

Die Freundschaft mit Walter Benjamin

Ein untrennbarer Teil von Scholems intellektueller Biographie ist die lebenslange Freundschaft mit dem Philosophen Walter Benjamin, die 1915 begann. Die beiden Denker führten jahrelang einen Briefwechsel über Sprachphilosophie, Theologie, Geschichte und Moderne. Für Benjamin blieb die Religion, wenn auch in säkularisierter Form, der verborgene Horizont des Denkens; Scholem hingegen glaubte an die unmittelbare spirituelle Kraft der religiösen Sprache. Dieser spannungsreiche, aber fruchtbare Dialog zwischen ihnen bildet einen der reichsten Briefwechsel des Denkens des 20. Jahrhunderts. Nach Benjamins tragischem Selbstmord 1940, den er auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus beging, widmete sich Scholem dem, das verstreute literarische Erbe seines Freundes zu retten und zu veröffentlichen; auch sein Hauptwerk Major Trends in Jewish Mysticism widmete er ihm. Anders als Benjamin erkannte Scholem dem Hebräischen einen privilegierten spirituellen Status zu: Ihm zufolge war diese Sprache hinsichtlich ihrer Fähigkeit, die göttliche Wahrheit zu enthüllen, einzigartig; die Wörter trugen das Echo der göttlichen Namen.

Methode: Der historisch-philologische Ansatz

Scholems größter methodologischer Beitrag war, die mystischen Texte nicht mit einer romantischen Bewunderung oder einer rationalistischen Geringschätzung, sondern mit historischem Kontext und philologischer Sorgfalt zu lesen. Er kritisierte die Bewegung der Wissenschaft des Judentums des 19. Jahrhunderts scharf. Diese Bewegung behandelte das Judentum, nach Scholem, „wie einen toten Gegenstand statt wie einen lebendigen Organismus"; die Mystik hielt sie für eine beschämende Abirrung, die das ehrwürdige Antlitz der rabbinischen Tradition befleckte, und ignorierte sie. In ihren Augen war die Kabbala eine Schande, die das aufgeklärte Bild des Judentums verschattete. Scholem hingegen vertrat das genaue Gegenteil: Mythos, Symbol und mystischer Überschwang lagen nicht am Rande, sondern im Herzen selbst des jüdischen religiösen Lebens. Die Mystik auszuschließen hieß, das lebendige Herz des Judentums zu ignorieren.

Seine Methode enthielt ein paradoxes Gleichgewicht. Einerseits benutzte er die dürrsten, technischsten philologischen Werkzeuge: die Datierung der Handschriften, das Herausarbeiten der sprachlichen Schichten, das Nachverfolgen der Quellen. Andererseits lag unter diesen dürren Werkzeugen eine tiefe spirituelle Intuition; Scholem konnte das „innere Feuer" der von ihm untersuchten Texte spüren. Einmal sagte er: Die wahre Philologie sei, den lebendigen Geist hinter den toten Buchstaben hören zu können.

Sein Geschichtsverständnis war dialektisch. Er unterschied drei große Epochen: die biblische Epoche (der Kampf des Monotheismus gegen die Mythologie), die talmudische Epoche (die Rationalisierung der göttlichen Begriffe) und das Mittelalter (die Geburt der Mystik aus den philosophischen Spannungen). Nach Scholem war die Kabbala die großartige Rückkehr des vertriebenen Mythos in das Herz des Judentums — gegen den abstrakten, von Persönlichkeit gereinigten philosophischen Gott die Wiedergeburt eines lebendigen und dramatischen göttlichen Lebens. Die sterile Gottesvorstellung der Philosophie hatte die menschliche Seele nicht sättigen können; die Kabbala hingegen machte Gott wieder zum Subjekt eines Dramas, eines Lebens, einer Liebe.

Die von ihm untersuchten Grundbegriffe

Sefirot und Ein-Sof

Im Zentrum von Scholems Analysen stehen der Sefirot-Baum und der Begriff Ein-Sof. Während Ein-Sof („das Unendliche", „das Grenzenlose") das verborgene, unerkennbare göttliche Wesen jenseits aller Eigenschaften ist, sind die Sefirot die zehnstufige Manifestation und schöpferische Energiestufung dieses verborgenen Wesens. Scholem zeigte, wie die Sefirot-Lehre eine Vorstellung eines „göttlichen Organismus" bietet, wie sie als ein Drama des inneren Lebens Gottes gelesen werden kann. Die zehn Sefirot — Keter (Krone), Chochma (Weisheit), Bina (Einsicht), Chesed (Liebe), Gevura (Macht), Tiferet (Schönheit), Nezach, Hod, Jesod und Malchut (Königtum) — sind die Stufen, auf denen sich das göttliche Bewusstsein entfaltet. Es ist ein Lichtfluss, eine Kette der Selbstoffenbarung vom verborgenen Ein-Sof hin zur sichtbaren Welt.

Diese Struktur trägt erstaunliche strukturelle Parallelen zur Stufenlehre im islamischen Sufismus — zu den Aʿyân ath-Thâbita und der Erscheinung der göttlichen Namen. In beiden Traditionen öffnet sich ein absolutes und unerkennbares Wesen durch einen stufenweisen Abstieg zur Vielheit und zur sichtbaren Welt. Scholem war sich dieser Parallelen bewusst und hatte große Freude daran, diese Themen mit Forschern der vergleichenden Religionswissenschaft zu erörtern; doch war er auch darin sorgfältig, dass jede Tradition innerhalb ihres eigenen historischen Kontextes verstanden werden müsse.

Der Sefirot-Baum war nicht nur ein kosmologisches Schema, sondern zugleich eine spirituelle Landkarte. Der Mystiker erklimmt die Stufen dieses Baumes in einer inneren Reise; jede Sefira entspricht zugleich einer göttlichen Eigenschaft und einer Stufe in der Seele des Menschen. Scholem analysierte diese innere Dimension — den Gedanken, dass der Baum sich sowohl oben in Gott als auch unten im Herzen des Menschen befindet — mit großer Feinheit. Die Spannung zwischen Chesed (Liebe-Barmherzigkeit) und Gevura (Macht-Gerechtigkeit) wird in Tiferet (Schönheit-Harmonie) ausgeglichen; dies ist ein sowohl kosmisches als auch moralisches Drama. Die göttliche weibliche Seite, die Schechina, erscheint in der Sefira Malchut, und ihr Exil ist eines der ergreifendsten Themen des gesamten kabbalistischen Denkens. So wird ein abstraktes metaphysisches Schema zu einem gelebten spirituellen Drama.

Der Zohar und Moses de León

Eine von Scholems kühnsten philologischen Thesen betraf den Zohar. Traditionell wurde der Zohar dem Tanna des 2. Jahrhunderts, Schimon bar Jochai, zugeschrieben; der Überlieferung nach hatte dieser große Weise die göttlichen Geheimnisse empfangen, als er sich dreizehn Jahre in einer Höhle verbarg. Scholem hingegen legte durch sorgfältige sprachliche Untersuchung dar, dass der Text in Wirklichkeit im Spanien des 13. Jahrhunderts, höchstwahrscheinlich von Moses de León, geschrieben wurde. Die künstlichen und spätzeitlichen Merkmale des Aramäischen im Text, die Spuren spanischer Denkmuster und die historischen Anspielungen der Epoche führten Scholem zu diesem Ergebnis. Diese These eröffnete in der Erforschung der jüdischen Mystik eine wahre Epoche und wurde zu einem Beispiel, das die Kraft von Scholems philologischer Methode zeigt. Interessanterweise betonte Scholem, dass der Nachweis der späten Datierung des Textes seinen spirituellen Wert nicht minderte; im Gegenteil, er brachte das schöpferische Genie des Moses de León zum Vorschein. Die späteren Arbeiten über die von Licht, Geheimnis und Symbol erfüllte Welt des Zohar — über den Meisterwerkcharakter des Zohar und über das Licht des Zohar — schritten alle auf dem von Scholem gebahnten Weg voran.

Die lurianische Kabbala: Tzimtzum, Bruch der Gefäße, Tikkun

Eine von Scholems einflussreichsten Analysen betrifft die Lehre des Safeder Mystikers Isaac Luria (der Ari) — die lurianische Kabbala. Lurias drei große Begriffe entfalteten sich in Scholems Händen in ihrer ganzen Tiefe. Der erste ist Tzimtzum: das Sich-Zurückziehen Gottes in sich selbst, um der Schöpfung Raum zu schaffen, eine Art göttlicher Rückzug und Selbstbegrenzung. Der unendliche Gott öffnet in sich einen „leeren Bereich", damit eine endliche Welt existieren kann. Der zweite ist Schevirat ha-Kelim: das Zerbersten der Gefäße, die die Intensität des göttlichen Lichts nicht tragen konnten; ein kosmischer Bruch, eine Katastrophe. Die göttlichen Funken zerstreuen sich durch diesen Bruch in die materielle Welt und werden in den Schalen (Kelipot) gefangen. Der dritte ist Tikkun olam: das Sammeln der zerstreuten Funken durch die spirituelle Anstrengung des Menschen und die Verwirklichung der kosmischen Wiederherstellung.

Scholem zeigte meisterhaft, wie dieser Mythos als eine mystische Antwort auf das Trauma der Vertreibung aus Spanien 1492 gelesen werden kann. Der Schmerz eines vertriebenen, heimatlos gewordenen Volkes wurde zu einem kosmischen Drama erhoben: Das gesamte Sein war im Exil, alle Funken waren in einem fremden Land gefangen, und die Wiederherstellung, also die Rückkehr, war die gemeinsame Aufgabe sowohl des Menschen als auch Gottes. So war die lurianische Kabbala zugleich eine tiefe Theologie und eine spirituelle Deutung des historischen Schmerzes. Der Tikkun-Gedanke fand im späteren jüdischen Denken — und im Aufruf, die Welt zu heilen — tiefen Widerhall.

Der Sabbatianismus und die chassidische Bewegung

Scholems vielleicht umstrittenster Beitrag war die gewaltige Biographie, die er über die messianische Bewegung des Schabbtai Zvi schrieb (Sabbatai Sevi: The Mystical Messiah, 1973). Dieses Werk ist das Ergebnis einer Hunderte von Seiten umfassenden sorgfältigen historischen Forschung. Scholem vertrat die Ansicht, dass dieser große messianische Ausbruch im 17. Jahrhundert unmittelbar aus der lurianischen Kabbala gespeist wurde. Die begeisterte Bewegung, die sich um den in Izmir geborenen Schabbtai Zvi scharte, war ein historischer Ausbruch der lurianischen Erlösungserwartung. Sogar der spätere Übertritt des Messias zum Islam (sein Abfall) wurde in den Augen seiner Anhänger als ein paradoxes Geheimnis der Erlösung gedeutet: Um die Funken zu retten, musste der Messias in die tiefste Finsternis hinabsteigen.

Ihm zufolge war auch die chassidische Bewegung als eine Synthese entstanden, die die zerstörerische Energie des Sabbatianismus neutralisierte und in einen orthodoxen Rahmen überführte. Der von Baal Schem Tov im 18. Jahrhundert begründete Chassidismus war in Scholems Analyse eine auf das Gemeinschaftsleben und die alltägliche Frömmigkeit zurückgeführte, „neutralisierte" Form des mystischen Überschwangs. Die explosive Energie der messianischen Spannung hatte sich hier in eine nach innen gewandte Freude, eine fröhliche Gottesliebe und die Wärme der Gemeinschaft verwandelt. So zeigte Scholem in einem großen historischen Panorama, wie sich die jüdische Mystik über die Jahrhunderte wandelte, wie eine Strömung die andere hervorbrachte.

Die Geburt der Kabbala: Bahir, Provence und Gerona

Scholem erhellte auch die historische Geburt der Kabbala mit großer Sorgfalt. Ihm zufolge begann der erste vollständige Ausdruck des kabbalistischen Denkens mit dem geheimnisvollen Text Sefer ha-Bahir (Buch des Glanzes), der Ende des 12. Jahrhunderts in Südfrankreich (in der Provence) auftauchte. Dieses Buch zeigte die ersten Keime des Sefirot-Begriffs und das Eindringen alter gnostischer Motive in das jüdische Denken. Danach wurde die Kabbala in der spanischen Stadt Gerona zu einer Denkschule; mit der Unterstützung angesehener Autoritäten wie Nachmanides (Ramban) hörte sie auf, eine marginale Strömung zu sein, und wurde ein angesehener Teil der jüdischen Tradition.

Als Scholem diesen Geburtsprozess untersuchte, zeigte er, dass die Kabbala sich sowohl aus uralten Wurzeln speiste als auch sich als eine Antwort auf die philosophischen Spannungen ihrer Epoche herausbildete. Besonders bot die Kabbala gegen die abstrakte und von Persönlichkeit gereinigte philosophische Gottesvorstellung — gegen die rationalistische Theologie des Maimonides — eine Vorstellung eines lebendigen, dramatischen und symbolischen göttlichen Lebens. So war die Kabbala einerseits die Wiedergeburt des alten Mythos, andererseits eine schöpferische spirituelle Antwort auf die mittelalterliche Philosophie. Sein gewaltiges Werk Origins of the Kabbalah (1987) ist die ausführlichste Darstellung dieser Geburtsgeschichte.

Die Merkawa-Mystik und die Seelenwanderung

Scholem führte die Ursprünge der Kabbala bis zur frühen Merkawa-Mystik zurück — zu den Visionen des himmlischen Aufstiegs um den göttlichen Thronwagen (Merkawa). Diese frühen Mystiker strebten danach, durch die Schichten der Himmel hindurchzugehen und die Herrlichkeit des göttlichen Thrones zu schauen; dies war eine gefährliche und disziplinierte spirituelle Reise. In seinem Werk Jewish Gnosticism, Merkabah Mysticism, and the Talmudic Tradition (1960) vertrat Scholem die Ansicht, dass der jüdische Gnostizismus dem christlichen Gnostizismus vorausging und die mittelalterliche Kabbala tief beeinflusste. So wurde die Kabbala nicht als eine plötzlich aufgetauchte Strömung gesehen, sondern als die Fortsetzung einer uralten spirituellen Ader, deren Wurzeln in die Antike reichen.

Scholem untersuchte auch die Lehre der Seelenwanderung, den Gilgul; dieser Begriff bietet im Kontext der Reinkarnationsvergleiche und der modernen Reinkarnationsforschung interessante Parallelen. Nach der kabbalistischen Gilgul-Lehre kann sich die Seele wieder verkörpern, um ihre unvollendeten Aufgaben zu erfüllen. Die Lehre der Seelenschichten der Kabbala — die fünf Seelenstufen (NaRaNHaJ) und besonders die Neschama, der göttliche Hauch — stand im Zentrum von Scholems Analysen der Seelenanthropologie. Diese fünf Schichten (Nefesch, Ruach, Neschama und die höheren Chaja und Jechida) zeichnen eine spirituelle Anatomie des Menschen, die von der körperlichen Lebendigkeit bis zum göttlichen Wesen reicht.

Mythos, Vernunft und die Kraft des Symbols

Einer von Scholems tiefsten theoretischen Beiträgen ist die Analyse der Dialektik zwischen Mythos und Vernunft. Das klassische jüdische Denken hatte im Namen des Monotheismus die mythologischen Elemente — die Dramen der Götter, die kosmischen Kämpfe, die göttlichen Leidenschaften — weitgehend gereinigt. In der philosophischen Epoche hingegen war Gott zu einem abstrakten, unbewegten und von Persönlichkeit gereinigten Absoluten geworden. Nach Scholem war die Kabbala eben eine Reaktion auf diesen Prozess der „Entmythologisierung": Der Mythos kehrte nicht durch die Tür, durch die er vertrieben worden war, sondern durch ein ganz anderes Fenster, im Gewand des Symbols, zurück. Das Drama der Sefirot, der Bruch der Gefäße, das Exil der Schechina — diese waren eine neue und feinsinnige Form der Wiederbelebung der mythischen Lebendigkeit, die die rationalistische Theologie zerstört hatte.

Doch Scholem betonte, dass dies kein reiner Rückschritt war. Der kabbalistische Mythos war kein primitiver Mythos, sondern ein durch das philosophische Denken hindurchgegangener, verfeinerter „sekundärer Mythos". Das Symbol war hier der Schlüsselbegriff: Anders als die Allegorie ist ein echtes mystisches Symbol kein willkürliches Zeichen, das an die Stelle dessen tritt, worauf es hinweist; es ist eine lebendige Form, die eine unaussprechliche, transzendente Wahrheit in sich trägt und offenbart. Der Mystiker findet im Symbol den einzigen Weg, das Unendliche in endlichen Bildern zeigen zu können. Scholems Symboltheorie ist damit ein bleibender Beitrag zur Religionsphilosophie und auch ein wertvolles Werkzeug für die vergleichende Spiritualität; denn sie bietet einen Schlüssel zum Verständnis der symbolischen Sprachen aller großen Traditionen.

Vergleichende Perspektive

Scholems Werk ist ein reicher Boden, um zu sehen, wie die Mystik in strukturell verschiedenen Religionen ähnliche Muster hervorbringt. Die folgende Tabelle zeigt die Parallelen der von Scholem untersuchten kabbalistischen Themen in anderen großen Traditionen.

Thema Kabbala (Scholem) Sufismus Vedânta Buddhismus
Absolutes / verborgenes Wesen Ein-Sof (das Grenzenlose) Dhât / Ahadiyya Nirguna Brahman (das Absolute) Śūnyatā
Manifestationsstufen Zehn Sefirot Göttliche Namen / Stufen Saguna Brahman, Ishvara Trikâya (drei Körper)
Schöpfungsmythos Tzimtzum (Rückzug) Faid / Emanation (Sudûr) Erscheinung durch Mâyâ (kosmische Illusion) Pratîtya-samutpâda
Erlösung / Wiederherstellung Tikkun olam Tazkiya, Vereinigung (Wuslat) Mokscha Nirvâna
Seelenwanderung Gilgul Debatte über Tanâsuch Punarjanma Wiedergeburt

Diese Parallelen eröffneten Scholems Zeitgenossen und den folgenden Generationen ein fruchtbares Vergleichsfeld. Henry Corbins Arbeiten über die mystische Welt der Einbildung (ʿÂlam al-Mithâl) im Islam, Toshihiko Izutsus Brücke zwischen Sufismus und Taoismus und Mircea Eliades Untersuchungen über die Morphologie des Heiligen reiften im selben intellektuellen Klima wie Scholem — besonders im Umkreis der Eranos-Tagungen in der Schweiz. Scholem nahm jahrelang an den Eranos-Treffen teil und trat hier in einen intensiven Gedankenaustausch mit Forschern der vergleichenden Religionswissenschaft ein. Diese Treffen waren einer der fruchtbarsten Begegnungsorte der interdisziplinären Erforschung der Mystik im 20. Jahrhundert.

Dennoch vermied Scholem sorgfältig die bequeme Ansicht „alle Mystiker sagen dasselbe". Ihm zufolge musste jede Tradition innerhalb ihres eigenen historischen, sprachlichen und gesellschaftlichen Kontextes verstanden werden; die strukturellen Parallelen waren real, aber die Unterschiede waren mindestens ebenso real und lehrreich wie die Parallelen. Diese ausgewogene Haltung unterscheidet ihn sowohl vom perennialistischen Verallgemeinern als auch vom reduktionistischen Historismus.

Mystische Wahrheit und der moderne Mensch

Scholems Originalität liegt darin, dass er ein Paradoxon mutig trug: Er war ein Wissenschaftler, der nicht behauptete, die mystische Erfahrung im traditionellen Sinne selbst zu erleben, aber zutiefst an die lebenswichtige Bedeutung der mystischen Tradition glaubte. Für ihn war die Kabbala kein bloßes Überbleibsel der Vergangenheit, sondern eine lebendige Ader der jüdischen spirituellen Identität. Statt die „unverständliche" Seite der mystischen Symbole zu leugnen, behandelte er diese Unverständlichkeit selbst als eine historische und spirituelle Wirklichkeit. Das Symbol war ihm zufolge der einzige Weg, das Unaussprechliche auszusprechen; der Mystiker konnte das Unausdrückbare nur durch Bilder und Symbole andeuten.

Diese Haltung unterscheidet sich von der gelebten, erfahrungsbezogenen Mystik spiritueller Zeugen des 20. Jahrhunderts wie Simone Weil und Etty Hillesum; Scholem blickt von außen, mit einem analytischen Auge. Dennoch mindern seine Analysen niemals die Kraft der mystischen Texte; im Gegenteil, sie machen sie für den modernen Leser wieder zugänglich und verständlich. Die Spannung zwischen der rationalistischen jüdischen Philosophie Maimonides' — mit ihrer negativen Theologie und dem Weg der Vernunft — und der mythischen und dramatischen Welt der Kabbala wird in Scholems Werk auf die erhellendste Weise erörtert. Zwei große Adern: die eine, die Gott durch die Vernunft abstrahiert, die andere, die Gott durch das Symbol lebendig hält. Scholem zeigte in der kabbalistischen Auslegung der Tora, wie sich der Text zu einem unendlich vielschichtigen, „zahllose Gesichter habenden" göttlichen Wort verwandelt; jeder Buchstabe, jeder Punkt war ein Schatz verborgener Bedeutungen.

Die von Scholem untersuchten gnostischen Strömungen — die Themen des göttlichen Funkens, des kosmischen Falls und des erlösenden Wissens — stehen auch in unmittelbarem Zusammenhang mit den Traditionen des Gnostizismus und des Hermetismus. Die Vorstellungen vom Zwischenzustand in der jüdischen Eschatologie, zum Beispiel die Scheol, sind eines der Fenster, die Scholem für den interreligiösen Vergleich öffnete. In diesen Themen erhellen seine Arbeiten sowohl den inneren Reichtum der jüdischen Tradition als auch ihre Verbindung zu den universalen mystischen Themen.

Sprache, Schweigen und der göttliche Name

Eine der tiefsten Schichten von Scholems Denken ist die Sprachphilosophie. Ihm zufolge war die Sprache in der kabbalistischen Tradition kein gewöhnliches Mittel der Kommunikation; die Wörter, besonders die Buchstaben des Hebräischen, waren das Material der Schöpfung selbst. In frühen Texten wie dem Sefer Jezira (Buch der Schöpfung) wird erzählt, dass Gott das Universum mit den zweiundzwanzig Buchstaben des hebräischen Alphabets erschuf. Buchstaben, Zahlen und göttliche Namen waren die Ziegel einer kosmischen Architektur. Scholem analysierte diese „mystische Theorie der Sprache" mit großer Feinheit.

Dieses Verständnis ist eng mit dem Geheimnis des göttlichen Namens verbunden — mit dem Geheimnis des unsagbaren, unaussprechlichen Gottesnamens (Tetragramm). Scholem zeigte, dass in der mystischen Tradition auch das Schweigen eine Sprache ist, dass ein Verstummen, das sich um das Unaussprechliche dreht, eine tiefe Bedeutung trägt. Diese Themen lassen sich auch mit der Lehre der göttlichen Namen im islamischen Sufismus und mit der Kraft des heiligen Wortes in der Dhikr-Tradition vergleichen; in beiden Traditionen tragen Klang, Buchstabe und Name eine spirituelle Macht.

Scholems Gedanken über die Sprache kommen besonders in dem berühmten Brief, den er 1926 an seinen Freund Franz Rosenzweig schrieb, mit einer ergreifenden Sorge zum Ausdruck: Konnte die Verwandlung des heiligen Hebräischen in eine alltägliche, säkularisierte Sprache die in ihr schlafende göttliche Macht eines Tages wieder erwecken? Die Sprache war ihm zufolge kein neutrales Werkzeug, sondern eine lebendige und gefährliche Kraft, die die Last der uralten Namen und Schwüre trug. Diese tiefe Sprachintuition ist eine der Dimensionen, die Scholem von einem bloßen Historiker unterscheiden und ihn zu einem der originellsten Sprachdenker des 20. Jahrhunderts machen. Das spirituelle Gewicht der Wörter, der Buchstaben und des Schweigens war ein verborgenes Thema, das in alle seine Analysen einsickerte.

Geschichte, Exil und Messianismus

Ein stets wiederkehrendes Thema in Scholems Werk war die Spannung zwischen Geschichte und Messianismus (Messiaserwartung). Ihm zufolge war die Lebensader der jüdischen spirituellen Geschichte die Hoffnung, dass die Welt sich eines Tages von Grund auf wandeln und die Erlösung sich verwirklichen werde. Doch diese messianische Hoffnung hatte zwei Gesichter: einerseits eine zerstörerische, die bestehende Ordnung von Grund auf erschütternde, ja anarchische Energie; andererseits eine aufbauende, hoffnungsvolle Kraft, die eine neue Welt errichtet. Als Scholem diese doppelseitige Natur des Messianismus analysierte, zeigte er, wie der mystische Überschwang sowohl schöpferisch als auch gefährlich sein kann.

Auch der Begriff des Exils (Galut) ist in Scholems Denken zentral. Das physische Exil des jüdischen Volkes wird im kabbalistischen Denken zu einem kosmischen Exil erhoben — zur Zerstreuung der göttlichen Funken in die materielle Welt, ja zum Exil der Schechina (der Gegenwart Gottes in der Welt). So gewinnt der historische Schmerz eine metaphysische Bedeutung: Die Aufgabe des Menschen ist es, sowohl sich selbst als auch Gott aus dem Exil zu erlösen. Dieser tiefe Gedanke ist im Hinblick auf die vergleichende Spiritualität eines der stärksten Beispiele für die Verwandlung von Schmerz und Übel in eine spirituelle Deutung. Exil und Rückkehr werden so nicht nur ein geographischer, sondern ein ontologischer Zustand.

Als Scholem diese Themen behandelte, berührte er auch die tiefen Fragen der modernen jüdischen Identität: Wie lässt sich ein Gleichgewicht zwischen Tradition und Moderne, Mythos und Vernunft, mystischem Überschwang und historischer Verantwortung herstellen? Er gab auf diese Fragen keine fertigen Antworten; aber er machte sie in ihrer ganzen Vielschichtigkeit sichtbar. Eben deshalb ist Scholem nicht nur ein Historiker, sondern zugleich ein tiefer Kulturdenker.

Kritik und Erbe

Scholems Thesen fanden keine unbestrittene Anerkennung. Sein Schüler und die führende Gestalt der nachfolgenden Generation, Moshe Idel, vertrat die Ansicht, dass Scholem die Kabbala in einen zu gnostischen und dialektischen Rahmen stellte, wohingegen die „theurgischen" (durch Ritual die göttliche Welt beeinflussenden) und erfahrungsbezogenen Dimensionen der Kabbala viel stärker seien. Nach Idel hatte Scholem die Dimension, in der der Mystiker Gott nicht nur schaut, sondern wirksam auf ihn einwirkt, nicht hinreichend betont. Andere Kritiker brachten vor, dass die zentrale Bedeutung, die Scholem dem Sabbatianismus beimaß, übertrieben sei. Dennoch kann keine Kritik die Grundtatsache verdunkeln, dass Scholem der Begründer des Faches ist; selbst all diese Debatten werden innerhalb des von ihm eröffneten Rahmens geführt.

Sein Erbe ist dreischichtig. Das erste ist die gewaltige philologische Mühe, die verstreute und vergessene Handschriften sammelte, sortierte und datierte; dies ist ein Schatz, der Forschern über Generationen hinweg eine Grundlage bietet. Das zweite ist die methodologische Revolution, die die Mystik zu einem zentralen Gegenstand der Religionsgeschichte machte; nun kann kein ernsthafter Religionswissenschaftler die Mystik mehr außer Acht lassen. Das dritte ist ein intellektuelles Vorbild, das zeigt, wie ein moderner, säkularer Mensch sich dem heiligen Text sowohl mit Ehrfurcht als auch mit kritischem Verstand nähern kann. Scholem machte ein als Aberglaube geltendes Erbe als eines der tiefsten spirituellen Abenteuer der Menschheit wieder lesbar.

Kulturelle Erneuerung und intellektuelle Haltung

Scholems Kabbala-Forschung speiste sich auch aus einem persönlichen und historischen Kontext. Das zionistische Denken, das er in jungen Jahren annahm, war ihm zufolge nicht nur ein politisches Projekt, sondern ein Streben nach einer tiefen kulturellen und spirituellen Erneuerung. Scholem glaubte, dass die Assimilation die jüdische Seele austrocknete; das jüdische mystische Erbe wiederzuentdecken hingegen war der Weg, dieser ausgetrockneten Wurzel neues Leben zu geben. Doch Scholem verrannte sich nie in eine enge Ideologie; er war ein unabhängiger, kritischer und oft seinen Zeitgenossen widersprechender Intellektueller. Er widersetzte sich heftig dem, das mystische Erbe zum Werkzeug irgendeines politischen Programms zu machen.

Seine intellektuelle Haltung trug eine tiefe Redlichkeit und Tapferkeit. Er erhob die mystischen Texte weder, noch geringschätzte er sie; er versuchte, sie so, wie sie sind, in ihrer ganzen Vielschichtigkeit, ihrem Widerspruch und ihrer Kraft sichtbar zu machen. Diese Haltung repräsentiert ein seltenes Gleichgewicht, hergestellt zwischen Wissenschaft und Liebe, Distanz und Nähe. Scholem „gehörte" der von ihm untersuchten Tradition nicht im vollen Sinne an; aber er war ihr zutiefst verbunden. Vielleicht war diese Position auf der Schwelle — weder ganz innen noch ganz außen zu sein — die Quelle seines außergewöhnlichen Verständnisses. Er war das Beispiel dafür, wie ein moderner, entwurzelter Mensch eine würdige und fruchtbare Beziehung zu einer uralten spirituellen Welt herstellen kann.

Scholems Erbe lebt heute an der Hebräischen Universität, in den Abteilungen für Judaistik in aller Welt und in der Forschung zur vergleichenden Mystik weiter. Die von ihm gesammelten Handschriften, die gewaltigen Untersuchungen, die er schrieb, und der methodologische Weg, den er eröffnete, inspirierten zahllose Forscher. Ein einst als Schande geltendes Thema wurde dank ihm als eines der tiefsten Abenteuer der menschlichen Seele mit Ehrfurcht erforscht.

Fazit

Gershom Scholem ist einer der einflussreichsten Religionswissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Während er die Kabbala in eine angesehene akademische Disziplin verwandelte, verteidigte er zugleich nachdrücklich die historische und menschliche Bedeutung der mystischen Erfahrung. Seine Arbeiten, die vom Sefirot-Baum über die lurianische Kosmologie, vom philologischen Ursprung des Zohar über den sabbatianischen Messianismus, von den Merkawa-Visionen bis zur Gilgul-Lehre reichen, bilden bis heute das solide Fundament des Faches. Sein Werk ist für den Forscher der vergleichenden Spiritualität ein vorbildliches Modell dafür, wie die innere Logik einer Tradition — wenn auch von außen, mit einem analytischen Auge — tiefgründig erfasst werden kann. Scholems Leben ist die Geschichte davon, einer verlorenen Sprache wieder eine Stimme zu verleihen, eine vergessene spirituelle Welt dem zeitgenössischen Verstand wieder zu öffnen.

Wenn heute ein Leser auf den Stufen des Sefirot-Baumes, in den schimmernden Bildern des Zohar oder im Bruch der lurianischen Gefäße einen Sinn sucht, geht er, oft ohne es zu merken, auf dem von Scholem gebahnten Pfad. Er hob das mystische Erbe weder in ein Museum, noch fror er es in einem Tempel ein; er schenkte es dem fragenden, zu verstehen suchenden und bewundernden modernen Geist als einen lebendigen Gegenstand. Eben deshalb ist Scholem nicht nur ein Gelehrter der Vergangenheit, sondern auch der große Meister der Überführung der Tradition in die Zukunft. Dank seiner sorgfältigen und geduldigen Mühe fließt eine uralte Weisheitsader auch heute noch weiter, nährt und inspiriert zahllose Suchende.